Bienen züchten in der Stadt

  • Veröffentlicht am: 10.07.2018
Bienen züchten in der Stadt

„Urban beekeeping“ ist ein aktueller Trend für viele Städter, die innerhalb ihres zivilisierten Lebensraums mit Honigbienen quasi Tür an Tür leben möchten. Im Heel-Verlag ist ein neues Buch für angehende Imker erschienen, das eine Schritt-für-Schritt-Anleitung verspricht.

Beide Autoren – Gaëlle de Broissia und Julien Desodt – sind Imker und richten sich mit ihrem Werk an Imker in der Stadt. Dabei geht es ihnen vor allem darum, dass Bienen und Menschen in der Stadt nebeneinander in friedlichem Einvernehmen zusammenleben.

Die meisten Imkertätigkeiten auf dem Land und in der Stadt unterscheiden sich nicht groß voneinander, allerdings raten sie dazu, das natürliche Schwärmen zu unterbinden, um städtische Nachbarn nicht unnötig zu beunruhigen, geben Ratschläge für die Auswahl sanftmütiger Bienen und Tipps für geeignete Aufstellorte.

Einen großen Teil des Buches nimmt daher nicht nur eine Einführung in die Bienenkunde ein, sondern die Besonderheiten der Bienenhaltung in der Stadt. Dazu zählen der Aufstellort und ein umfangreiches Kapitel für den ersten Tag mit dem neuen Honigbienenvolk, bevor es dann zu den Arbeiten am Volk im Laufe eines Bienenjahres geht.

Die Originalausgabe ist zuerst im vergangenen Jahr in Frankreich erschienen, worauf vor allem die vielen Bilder aus Paris hindeuten. Ansonsten hat sich der Verlag aber alle Mühe gegeben, in der Übersetzung Anpassungen und Ergänzungen vorzunehmen. Dem Text ist die Herkunft daher nicht mehr anzumerken und da Paris schönere Fotomotive als die meisten Orte hier zu Lande bietet, ist das beste aus beiden Welten miteinander verschmolzen worden.

Die einzig unglückliche Wahl ist der Titel: Denn es geht um die Bienenhaltung in der Stadt und nicht die Züchtung von Honigbienen. Den Autoren ist das aber nicht anzulasten. Und nicht korrekt ist auch die Angabe, dass in Deutschland die Dunkle Europäische Honigbiene Apis mellifera mellifera die größte Verbreitung genießen würde. Das Gegenteil ist der Fall: Aktuell gibt es in Deutschland nur einige wenige Orte, an denen sie gehalten wird. Und das wird von vielen (Alt-)Imkern kritisch beäugt.

Insgesamt ist das Buch von Gaëlle de Broissia und Julien Desodt ein guter Einstieg für Neuimker in der Stadt. Es ist gut strukturiert, logisch aufgebaut und bietet alle notwendigen Informationen.