Ideen für Insektenparadiese

  • Veröffentlicht am: 24.08.2018
Wolfgang Reuter und Otmar Trenk vom Startup BEEsharing versorgen Obstbauern mit Mauerbienen, die verstärkt zur Bestäubung eingesetzt werden. Foto: obs/ZDF/Jochen Klöck

Bis zu 75 Prozent der Insekten in Deutschland sind bereits verschwunden. Dabei brauchen zwei Drittel der 100 wichtigsten Nutzpflanzen die Bestäubung durch Insekten. Neue Lebensräume und Nahrungsangebote müssen her: in Stadt, Land und privaten Gärten. In der ZDF-Sendung „plan b“ werden am Samstag, 25. August 2018, um 17.35 Uhr Ideen vorgestellt, mit denen das gelingen soll.

In „Das große Brummen – Ohne Insekten geht es nicht“ beleuchtet Autor Jochen Klöck ein Überlebensrezept für Bienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen: mehr einheimische Wildpflanzen für öffentliche und private Gärten, Blumen für Kornfelder und weniger Pestizide. Ein Projekt, das „plan b“ vorstellt: die Umwandlung eintöniger Grünflächen zwischen Wohnblocks zu einem blühenden Insektenparadies. Gefördert wird das Projekt vom Bundesamt für Naturschutz. 19.000 Euro steuert die Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG als Eigenleistung bei. Auch die Mieter sollen sich beteiligen, damit das neue Naturparadies als Gemeinschaftspark wahrgenommen und entsprechend gepflegt wird.

In der Landwirtschaft heißt das Zauberwort der Reformer: „Ökologische Intensivierung“. Der Engländer Marek Nowakowski, Agronom aus der Umgebung von Oxford, trainiert Bauern im so genannten Wildlife Farming. Sein Konzept: die weniger ergiebigen Ränder der bewirtschafteten Felder aus der Produktion herauszunehmen und stattdessen gezielt mit Gräsern, Wildkräutern und Blumen zu bepflanzen. Diese kleinen Flächen reichen aus, um die Zahl der Bienen, Hummeln und Käfer messbar zu erhöhen. Die wissenschaftliche Auswertung ergab: Bis zu acht Prozent der Anbaufläche könnten umgewandelt werden, ohne dass die Bauern auf Erträge verzichten müssten.

In Frankreich versucht das Netzwerk DEPHY, eine Vereinigung von 3000 konventionell wirtschaftenden Bauern, den Einsatz von Pestiziden zu minimieren: Die DEPHY-Bauern pflanzen unter anderem ein breiteres Spektrum von Kulturpflanzen, arbeiten mit Fruchtfolgen und bekämpfen Unkraut mechanisch. Dabei werden sie von Biologen und Agro-Wissenschaftlern wie Florent Banctel beraten, der Weinbauern im Loire-Gebiet dabei hilft, weniger Gift einzusetzen. Bei 59 Prozent der Betriebe konnte der Einsatz von Pestiziden um 42 Prozent reduziert werden, ohne dass es Abstriche am Ertrag gab.

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