Solitärbiene produziert Bio-Plastik

  • Veröffentlicht am: 19.10.2018
Weibliche Hylaeus nubilosus Foto: Zerene Stacker/USGS Bee Inventory and Monitoring Lab, Public Domain

Die Verschmutzung mit Kunststoff(resten) hat sich zu einem so weitreichenden globalen Problem entwickelt, dass Plastik-Mikroteilchen inzwischen selbst in den entlegensten Regionen der Welt und in menschlichem Blut anzutreffen sind. Eine in Australien beheimatete Biene könnte die Lösung für das weltweite Plastikproblem sein, denn sie kann Bio-Plastik herstellen.

Die meisten Kunststoffe werden aus Erdöl produziert. Und sie sind nur schwer abbaubar, wenn sie einmal in die Natur gelangt sind. Für viele Anwendungsfälle gibt es aber nur wenige Alternativen mit gleichwertigen Produkteigenschaften. Und die Menschheit scheint süchtig nach Plastik zu sein.

Die Evolution hat in Australien eine solitär lebende Biene namens Banksia-Biene Hylius nubilosus hervorgebracht. Banksien sind eine Pflanzengattung innerhalb der Silberbaumgewächse; sie kommen nur in Australien vor. Die Biene baut für ihre Nachkommen Nester und schützt sie mit einem wasserdichten Bipolymer in Industriequalität. Es löst sich nicht in Säuren und Basen und widersteht Hitze und sogar Flammen.

Das in Neuseeland ansässige Unternehmen Humble Bee der Gründerin Veronica Harwood-Stevenson hat es sich zur Aufgabe gemacht, den von der Biene produzierten Kunststoff synthetisch herzustellen, so dass er künftig in Textilien oder industriellen Anwendungen eingesetzt werden könnte.
Für die Anschubfinanzierung haben sich eine Reihe von Investoren gefunden, 120.000 NZ$ stammen etwa von Callaghan Innovation.

Durch die Entschlüsselung der DNA hoffen die Wissenschaftler im Unternehmen nun die Gene zu identifizieren, die der Biene die Produktion des Kunststoffs ermöglichen.
Die spätere Produktion soll dann ähnlich wie bei Insulin stattfinden. Das Gen für die Produktion wurde Escherichia Coli-Bakterien eingebaut, damit sie es dann in Masse produzieren können.

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