Verbot von Neonicotinoiden zum Schutz der Bienen gefordert

  • Veröffentlicht am: 19.02.2018
Eine Online-Petition soll die Regierung zum Handeln auffordern. Foto: Global 2000/Flickr, CC BY-ND 2.0

Am 22. März besitzen die EU-Mitgliedstaaten die historische Gelegenheit, das dringend notwendige Verbot der drei bienengefährlichsten Insektizide aus der Gruppe der Neonicotinoide zu beschließen. Grundlage ist eine Risikobewertung der EFSA, die inakzeptable Risiken für Insekten identifiziert hat, sodass die EU-Kommission nun ein Verbot sämtlicher Freilandanwendungen vorschlägt.
Um den Druck auf die österreichische Bundesregierung zu erhöhen, hat die österreichische Umweltschutzorganisation Global 2000 eine Online-Petition gestartet.

„Das Sterben von Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten hat dramatische Ausmaße angenommen. Gelingt es nicht, den Rückgang der Insekten-Vielfalt und -Dichte zu stoppen, werden wir in einem ökologischen Desaster enden“, erklärt Helmut Burtscher, Umweltchemiker bei Global 2000, „In ihrem Programm hat die neue Bundesregierung angekündigt, sich dieser wichtigen Herausforderung zu stellen. Doch Taten folgten bislang nicht. Ein klares Bekenntnis zu dem von der EU vorgeschlagenen Verbot der Neonicotinoide war von Ministerin Elisabeth Köstinger bislang nicht zu vernehmen.“

Die Ursachen des Insektensterbens sind vielfältig. Die Gestaltung einer bienen- und insektenfreundlichen Umwelt erfordert daher ein Bündel an Maßnahmen. Deshalb appelliert Global 2000 in einer Petition an Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger, folgende drei Maßnahmen umzusetzen:

  • Stellen Sie bitte klar, dass Österreich dem Vorschlag der EU-Kommission für ein Totalverbot der drei bienengefährlichsten Neonicotinoide im Freiland uneingeschränkt zustimmt.
  • Schaffen Sie die notwendigen Vorgaben und Anreize für die „bienenschonende Bewirtschaftung von Acker und Grünland“ in einem neuen Agrarumweltprogramm unter Einbindung der Landwirte. Eine entsprechende Maßnahme ist bereits ausformuliert.
  • Schaffen Sie noch heute die notwendigen Vorgaben und Anreize, um den Einsatz von Totalherbiziden, insbesondere solche auf Basis von Glyphosat, bis zum endgültigen Verbot auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.

Das vorgeschlagene Verbot betrifft die drei Neonicotinoide Imidacloprid, Thiamethoxam und Clothianidin.

„Auf einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Neonicotinoid Imidacloprid und dem Bienensterben hatte Global 2000 bereits vor 15 Jahren aufmerksam gemacht. Vor zehn Jahren forderten wir gemeinsam mit dem österreichischen Imker- und Erwerbsimkerbund ein Verbot aller drei Neonicotinoide in Mais und Raps. Vor fünf Jahren traten erste Teilverbote europaweit in Kraft. Jetzt haben wir es in der Hand, dieses Kapitel endgültig zu schließen“, so Helmut Burtscher abschließend.

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