Deutsches „Ja“ bei Glyphosat-Zustimmung

Ohne die deutsche Stimme wäre die EU-Bewilligung für den Unkrautvernichter Glyphosat ein weiteres Mal gescheitert. Und die kam für die Öffentlichkeit und den Koalitionspartner SPD völlig überraschend, denn Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt von der CSU hat gegen den ausdrücklichen Willen des Bundesumweltministeriums in Brüssel die Wiederzulassung des hoch umstrittenen Pestizids Glyphosat durchgesetzt.

Bundesrat will Bienensterben aufhalten

Der Bundesrat sorgt sich um den dramatischen Rückgang der Bienen und bestäubenden Insekten. Nach aktuellen Studien ist deren Anzahl zwischen 1989 und 2015 um 75 Prozent zurückgegangen. Mit einer am 24. November 2017 gefassten Entschließung möchte der Bundesrat daher darauf hinwirken, dass sich das Nahrungsangebot für Bienen und andere bestäubende Insekten auf brachliegenden landwirtschaftlichen Flächen verbessert. Hierzu sollen auf ökologischen Vorrangflächen vermehrt pollen- und nektarliefernde Blühpflanzen ausgesät werden – auch in der Schonzeit bis zum 15. Mai eines jeden Jahres, zum Beispiel im Anschluss an die Rapsblüte.

Satellitenbilder zur Erfassung von Biodiversität bei Wildbienen nur bedingt tauglich

Die standardisierte Erfassung biologischer Vielfalt über klassisches Feldmonitoring ist in vielen Fällen sehr zeit- und kostenintensiv und deshalb oft auf kleine Räume begrenzt. Fernerkundungsdaten hingegen lassen sich wesentlich effektiver und über eine deutlich größere Ausdehnung erheben. Deshalb werden sie immer öfter auch für Analysen von räumlichen und zeitlichen Biodiversitätsmustern herangezogen. Doch funktioniert das auch für Wildbienen? Nur bedingt.

Manuka-Honig

Der antibakteriell besonders wirksame Manuka-Honig stammt aus Neuseeland, wird aber ebenso in einigen Regionen Südost-Australiens erzeugt. Seit einiger Zeit liegen beide Länder wegen der Zertifizierung von „authentischem“ Manuka-Honig richtig im Clinch. Es geht dabei um viel, sehr viel Geld. Wer einen Einstieg in das Thema des Honigs aus Ozeanien sucht, kann jetzt auf ein neu erschienenes Buch zurückgreifen.

Bienen des Waldes verschwinden in Stadt und Land

Von Menschen gemachte – so genannte anthropogene – Landschaften gehen mit einem Verlust an Artenvielfalt und großen Veränderungen in der Artenzusammensetzung und deren -eigenschaften einher. Bei diesen Veränderungsprozessen gibt es Gewinner und Verlierer auch bei künftigen globalen Veränderungen. Interessant dabei ist, auf welche Umweltvariablen einer Nutzungsänderung von Land einzelne Arten reagieren.

Welche Rolle spielen Wolbachia bei der Infektion von Honigbienen?

Wolbachia sind weit verbreitete endosymbiotische Bakterien. Diese Bakterien können ihre Wirte auf eine Vielzahl von Wegen beeinflussen, wie zum Beispiel durch einen Schutz vor Viren und anderen Krankheitserreger.
In einer Studie haben Wissenschaftler die mögliche Rolle von Wolbachia bei der Prävalenz des Flügeldeformationsvirus bei Honigbienen Apis mellifera untersucht, der von parasitären Varroa-Milben Varroa destructor übertragen wird.

Kräuter-Produktion mit einheimischen Bienen steigern

Was im kommerziellen Obst- und Gemüseanbau schon länger Praxis ist, wollen Wissenschaftler nun auch für den Anbau von Arznei- und Gewürzpflanzen entwickeln: ein Management-System zur gezielten Bestäubung durch Insekten. So wie Gärtner Hummelkolonien per Versandhandel fürs Gewächshaus bestellen können, so ist Ähnliches auch beim Anbau von Fenchel, Thymian & Co. denkbar. Die Forscher erwarten höhere und womöglich auch qualitativ bessere Erträge, mehr Biodiversität und Vorteile für benachbarte Kulturen und damit für ganze Agrarökosysteme.

Kirschessigfliege ohne bienengefährliche Mittel bekämpfen

Hat sie eine Fläche befallen, drohen Total-Ernteausfälle: Die Kirschessigfliege macht Landwirten und Winzern das Leben schwer. Aufgrund des Klimawandels breitet sich die aus Asien eingeschleppte Fliege auch in Deutschland immer weiter aus. Umweltschonend kann sie bisher nicht bekämpft werden. Bestehende Mittel sind entweder nicht wirksam oder töten zu viele andere Insekten, insbesondere Bienen.

Mit der Pseudobox gegen die Varroa-Milbe

Den UNIKAT-Ideenwettbewerb der Universität Kassel gewann eine natürliche Methode zur Bekämpfung der Varroa-Milbe. Sven Leygraf, Student der Ökologischen Agrarwissenschaften, hat mit seiner Idee „Die Pseudobox“ die Auszeichnung für die beste Idee erhalten. Auf der Abschlussveranstaltung Anfang Oktober erhielt er den ersten Preis überreicht, zusammen mit einem Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro.

Besseres Hygieneverhalten bei Honigbienen lohnt sich

Das hygienische Verhalten der Arbeiterinnen bei Honigbienen sorgt für mehr Gesundheit im Bienenstock. Die Fähigkeit der Honigbienen, ungesunde oder tote Brut aufzuspüren und zu entfernen, verhindert die Übertragung von Brutkrankheiten innerhalb der Kolonie. In den letzten fünf Jahrzehnten wurde dieses Merkmal in mehreren Forschungs- und Zuchtprogrammen ausgiebig untersucht und stetig verbessert.

Umweltpreis für Insektzidhersteller

Ausgerechnet ein Biozidhersteller ist mit einem Preis für grüne Produkte ausgezeichnet worden: Dr. Hans-Dietrich Reckhaus, Geschäftsführer der Biozid-Firma Reckhaus nahm am 20. Oktober den „Green Product Award 2017“ für Innovation, Design und Nachhaltigkeit in Leipzig entgegen. Reckhaus ist Initiator des Gütezeichens „Insect Respect“ für einen neuen Umgang mit Insekten.

Unfreundliche Hummeln gibt es wirklich

Wissenschaftler haben in einem Außenbereich ein 880 m² großes Versuchsfeld angelegt, innerhalb dessen Hummeln Bombus terrestris auf ihren Sammelflügeln genau beobachtet wurden. Im Interesse der Forscher stand dabei die Routenfindung zu den Futterpflanzen ebenso wie die Interaktion mit anderen Arbeiterinnen. Für ihre Beobachtung wurden zehn künstliche Blumen als Futterstellen eingerichtet, ebenso Überwachungskameras direkt an den Futterstellen.

Textilstudentin gewinnt Design-Award mit Bienen-Muster

Die Textilstudentin Elise Esser hat mit einem ausgefallenen Design auf das Bienensterben aufmerksam gemacht. Damit konnte sie den „Epson Design Automotive Award“ gewinnen. Aufgabe des gemeinsam von der Epson Deutschland und der Hochschule Niederrhein ausgeschriebenen Designwettbewerbs war es, eine Folie für das elektrische Fahrzeug BMW i3 unter nachhaltigen Aspekten zu gestalten. Elise Esser entschied sich für blaue Bienenwaben.

Plagiatsvorwurf gegen Glyphosat-Bericht des BfR

Der Bewertungsbericht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und damit die wissenschaftliche Grundlage für die von der EU-Kommission vorgeschlagene Zulassungsverlängerung von Glyphosat für weitere zehn Jahre erfüllt in wesentlichen Teilen die „Kriterien eines Textplagiats“. Zu diesem Ergebnis kommt das in Berlin vorgestellte Sachverständigengutachten des Plagiatprüfers Dr. Stefan Weber, in dem er drei ausgewählte Kapitel des BfR-Berichts zu den gesundheitlichen Risiken von Glyphosat mit entsprechenden Passagen aus dem Zulassungsantrag der Glyphosat-Hersteller vergleicht.

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