Der Tanz der Bienen

  • Veröffentlicht am: 05.11.2018
Der Tanz der Bienen - Karl von Frisch und die Entdeckung der Bienensprache

Im Mittelpunkt dieser Neuerscheinung stehen einmal keine Bienen, sondern ein berühmter Bienenforscher: Der Österreicher Karl von Frisch, der für seine Leistungen 1973 gemeinsam mit Konrad Lorenz und Nikolaas Tinbergen mit dem Nobelpreis geehrt wurde.

Unter Imkern ist der Bienenforscher vor allem für die Entdeckung der Tanzsprache bekannt, des so genannten Schwänzeltanzes. Die promovierte US-Wissenschaftshistorikerin Tania Munz hat mit dem aktuell vorliegenden Werk nun eine Biografie über den Ausnahmewissenschaftler vorgelegt.
Sie zeigt darin, wie sich ein Forscher trotz aller Vorbehalte mit dem NS-Regime arrangieren konnte. Immer wieder wurden Gerüchte gestreut, die ihm in Wellen gefährlich nahe kamen. Grundsätzlich war er eher unpolitisch und vergrub sich in die Arbeit.

Die Recherchen der Nationalsozialisten machten ihn wegen seiner jüdischen Großmutter zum „Vierteljuden“ und so drohte ihm die vorzeitige Versetzung in den Ruhestand. Das abzuwenden gelang ihm über mehrere Umwege mithilfe von Bernhard Grzimek, dem späteren Direktor des Frankfurter Zoos und bekanntem Fernsehmoderator, der zu der Zeit Funktionär im Reichsministerium für Ernährung Landwirtschaft war. Die Weiterverfolgung der Versetzung „in den Ruhestand wurde bis nach Kriegsende zurückgestellt.“

Dafür musste er jedoch eine Abkehr seiner bisherigen wissenschaftlichen Arbeit hinnehmen und sich den alarmierenden Rückgängen der Honigbienen-Bestände aufgrund des Darmparasiten Nosema apis zuwenden. Nach Schätzungen von Frisch starben im schlimmsten Jahr 1941 der Epidemie 800.000 Völker. Angesichts drohender Nahrungsmittelknappheit in Kriegszeiten ein besonders bedrohliches Szenario. Über den gegründeten „Nosema-Ausschuss“ erhielt von Frisch Zugang zu ansonsten knappen Ressourcen: Geld, Personal, Reisegenehmigungen, Benzinrationen. Einige Mitarbeiter wurden sogar vom aktiven Kriegsdienst beurlaubt.
Die Forschungen führten in der Folge zu keinen nennenswerten Ergebnissen, doch indirekt führte es ihn zur Entschlüsselungen der Sprache der Bienen zurück.

Der Forscher von Frisch besaß „die Gabe, jene, die sich in seiner Nähe befanden, in den Orbit seiner Arbeit zu ziehen“. Davon lebt auch die Biografie, die ein sehr detailliertes Bild seines Forschungslebens nachzeichnet. Ein interessantes und spannendes Portrait eines Wissenschaftlers, bei dem die Honigbiene über viele Jahre im Mittelpunkt stand.

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