Wissenschaft

Aktuelle Nachrichten und Informationen aus der Wissenschaft - inbesondere über Studienergebnissen - zu Honigbienen, Hummeln und weiteren Wildbienen aus der ganzen Welt.

Wie verbreitet sich Amerikanische Faulbrut innerhalb eines Bienenvolks?

Die Amerikanische Faulbrut ist eine schwere Infektionskrankheiten, die ganze Völker der Europäischen Honigbienen dahinraffen kann. Die Krankheit wird durch das gram-positive, sporenbildende Bakterium Paenibacillus larvae verursacht. In einer Studie haben Wissenschaftler Modell entwickelt, mit dessen Hilfe die Ausbreitung der Amerikanischen Faulbrut innerhalb eines Volkes dargestellt werden kann. Eine Infektion führt ohne wirksame und effiziente Behandlung zum Zusammenbruch eines Volkes. Die Forscher haben zudem Infektionsschwellen basierend auf der Stabilität der Gleichgewichtszustände ermittelt. Dabei ist die Zahl der infizierten Zellen ein besonders großer Faktor, der für die Ausbreitung der Krankheit ursächlich ist.

Wahrscheinlich seltenste Hummel Österreichs gefunden

Nur selten trifft ein Name so sehr zu, wie bei ihr: Bombus inexspectatus, die „Unerwartete Hummel“. Denn eigentlich hatte niemand mehr damit gerechnet, diese Hummel-Art in Österreich noch einmal zu finden, sie galt in Fachkreisen praktisch als ausgestorben. Ende August gab es dann die Sensation: Der engagierte Hobbyforscher Martin Streinzer entdeckte in Südkärnten, in Kötschach, sowohl ein Männchen als auch ein Weibchen dieser seltenen Art – 80 Jahre nach dem letzten Nachweis.

Kleiner Beutenkäfer ist ganz großer Opportunist

Der Kleine Beutenkäfer stammt ursprünglich aus Südafrika. Durch den globalen Handel hat er sich dank des Menschen inzwischen über weite Teile der Welt ausbreiten können. In Europa ist er bisher nur im Süden Italiens angekommen. Ihn auszurotten, fällt dennoch schwer. Dabei spielen nicht nur einzelne Imker eine unrühmliche Rolle, dem Beutenkäfer hilft auch, dass er im Zweifel gar nicht auf Honigbienen zum Überleben angewiesen ist wie eine neue Studie zeigt.

Bienen und ihre Bakterien

Im Fokus der Weltöffentlichkeit steht vor allem die in Völkern lebende Honigbiene. Die weit größte Zahl der Bienenarten lebt jedoch solitär. Und über deren Ökologie ist meist nur wenig bekannt, weshalb Würzburger Wissenschaftler dafür plädieren, diese Insekten besser zu erforschen.

Genbank für Honigbienen im Aufbau

Während die einst in Deutschland heimische Dunkle Honigbiene fast ausgerottet ist, geht auch die genetische Vielfalt der hier zu Lande häufig gezüchteten Kärntner Honigbiene verloren. Wissenschaftler legen nun eine Notfallreserve für die Zukunft an. Sie soll die innerartliche Vielfalt für die Bienenzucht sichern und diese fit machen für den Klimawandel. Deutschland wäre damit das erste Land mit einer derartigen Genreserve für Honigbienen.

Asiatische Hornisse sorgt für Stress

Die invasive Asiatische Hornisse wurde bereits an vielen Orten in Europa nachgewiesen, so auch auf der Insel Mallorca, wo sie erstmals 2015 entdeckt wurde. Ziel der vorgelegten und auf den Balearen durchgeführten Feldstudie war es, die Auswirkungen der invasiven Hornisse auf Westliche Honigbienen zu untersuchen, da sie eine explizite Räuberin von Honigbienen ist und Völker massiv schädigen kann.

Soziale Immunität bei Honigbienen

Krankheitserreger werden durch individuelle angeborene Immunantworten bekämpft. Bei sozialen Organismen aber ebenso durch soziale Immunität, Verhaltensweisen, die eine Übertragung von Krankheitserregern innerhalb einer Gruppe begrenzen. Bekannt ist inzwischen ein relativ detailliertes Verständnis der Genetik und der Evolution des angeborenen Immunsystems von Tieren, über soziale Immunität dagegen ist nur wenig bekannt.

Von kleinen und großen Bienen

Unterschiede in der Körpergröße treten bei Bienen derselben Art recht häufig auf. Ursache sind etwa die Ernährung, aber auch eine Wechselwirkung zwischen der Königin und ihren Arbeiterinnen, beispielsweise bei Honigbienen. Bei Hummeln wiederum sorgt die Körpergröße für eine optimierte Arbeitsteilung. Arbeiterinnen innerhalb des Volkes sind kleiner und damit erheblich wendiger als ihre Schwestern, die sich auf Nahrungssuche außerhalb des Stocks begeben.

Varroa destabilisiert Immunsystem

Die Varroa-Milbe Varroa destructor fungiert als Vektor des Flügeldeformationsvirus. Die parasitäre Milbe Varroa kann bei infizierten Bienen die Replikation des Virus auslösen. Über die Details, die dieser Wechselwirkung zugrunde liegen, ist jedoch noch immer wenig bekannt. Ein neues Modell kommt der Entschlüsselung des Rätsels nun erheblich näher.

Honigbienen und die Mitochondrien ihrer Flugmuskulatur

Honigbienen gehören aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für den Menschen zu den am besten untersuchten Insektenarten. Das Interesse der Wissenschaft richtet sich im Wesentlichen auf Bedrohungen für Honigbienen, da sie zu einem Problem der menschlichen Ernährungssicherheit werden. Abweichend zu den vielen Studien zur Bedrohungen haben Forscher nun eine Studie zu den Eigenschaften der Mitochondrien der Flugmuskulatur von Honigbienen vorgelegt.

Hummeln werden Zom-bee-fiziert

Hummeln, die in Nordamerika beheimatet sind, werden häufig in der Luft von Blasenkopffliegen Conopoidea, einer parasitischer Fliegenart angegriffen. Die Fliege legt in der Hummel ein Ei, aus der sich innerhalb von 10 bis 14 Tagen im Abdomen der Biene eine Larve entwickelt, die die Hummel irgendwie dazu bringt, ihr eigenes Grab zu schaufeln. Die Biene stirbt dann unter der Erde. Die Fliegenlarve verpuppt sich und ernährt sich von den Innereien der Biene. Im darauf folgenden Frühjahr tritt die ausgewachsene Fliege aus der Hummel hervor und ernährt sich allein bis sie im Sommer eine Hummel zur eigenen Vermehrung angreifen wird.

Tote Honigbienen in der Mandelblüte

Es ist jedes Jahr dasselbe: Imker aus den gesamten Vereinigten Staaten fahren mit Lastwagen voller Bienenvölker nach Kalifornien, wo sie für das Aufstellen ihrer Völker in der Mandelblüte reich entlohnt werden. Doch in den vergangenen Jahren ließen nicht nur viele Völker auf dem Transport, sondern in den Mandel-Plantagen ihr Leben – durch unsachgemäße Anwendung von Fungziden und Pestiziden und ihre unterschätzte Wirkung bei kombinierter Ausbringung.

Wild lebende Honigbienen in Deutschland

Wild lebende Honigbienen-Völker gelten in Europa gemeinhin als ausgerottet. Die Domestizierung durch den Menschen und die Ausbreitung von Krankheitserregern und Parasiten mithilfe des Menschen sind ebenso Gründe wie der – ebenfalls durch Menschen – verursachte Verlust geeigneter Lebensräume. Allerdings gibt es weder aus der Vergangenheit noch über den gegenwärtigen Status wissenschaftliche Daten zu dieser Annahme.
Zwei Wissenschaftler sind der allgemeinen Behauptung nachgegangen und sind genau vom Gegenteil ausgegangen: Dass hier zu Lande insbesondere naturnahe Buchenwälder geeignete Nistplätze bieten müssten, um wild lebenden Honigbienen eine Heimstatt zu bieten. Ihre Untersuchungen haben sie an zwei Standorten in Deutschland – im Nationalpark Hainich und im Biosphärengebiet Schwäbische Alb – durchgeführt.

Hummel-Bestände sinken

Eine neue Studie liefert eine Schätzung der Bestände und Verteilung von Hummeln im US-Bundesstaat Michigan für das vergangene Jahrhundert. Die Bestände haben sich danach insgesamt dramatisch reduziert und spiegeln damit Entwicklungen in anderen Ländern wieder. Nur zwei Arten zählen zu den Gewinnern.

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