Von Bienen und Menschen

Die Autorin Ulla Lachauer hat sich für die Neuerscheinung bei Rowohlt auf eine Reise quer durch Europa gemacht und überall Imker besucht, um ihnen und dabei auch den Bienen näher zu kommen. Herausgekommen sind dabei 14 Porträts passionierter Imker und eine kleine Geschichte der Biene in Europa.

Honig unterstützt Verdauung pollenreicher Nahrung

Der Darm der Honigbienen wird von spezialisierten Bakterien besiedelt, die dazu beitragen, Bestandteile aufgenommener Blütenpollen in der Nahrung zu verdauen und Moleküle zu produzieren, die wahrscheinlich die Bienengesundheit fördern. Schweizer Wissenschaftler haben in einer Studie herausgefunden, welche Bakterienarten welche Verdauungsfunktionen im Darm der Bienen übernehmen.

Gewinnbringend Imkern

Für die meisten Imker ist die Bienenhaltung ein Hobby, bei dem der Verkauf des Honigs hilft, die Freizeitbeschäftigung zumindest etwas zu amortisieren. Andere Imker betreiben die Haltung von Honigbienen dagegen mit ernsterem finanziellen Interesse – als Neben- oder sogar im Haupterwerb. Gerade in letzten Fällen ist es unerlässlich, Verkaufspreise korrekt zu kalkulieren.

Extreme Artenvielfalt auf kleinstem Raum

Der Spitzname des Bundesstaates Utah lautet „The Beehive State“ und er könnte nicht passender sein, sind Wissenschaftler der Utah State Universität überzeugt: Eine von vier Bienenarten, die in den Vereinigten Staaten vorkommt, ist in Utah zu finden. Damit leben in dem westlichen Bundesstaat mehr Bienenarten als in den meisten anderen Bundesstaaten der USA. Etwa die Hälfte dieser Arten lebt innerhalb der ursprünglichen Grenzen des kürzlich von US-Präsident Trump fast halbierten Naturschutzgebietes „Grand Staircase-Escalante National Monument“.

Senf-Blauschillersandbiene ist Wildbiene des Jahres 2019

Das Kuratorium „Wildbiene des Jahres“ hat für 2019 eine Biene gewählt, die durch ihre Erscheinung und ihr agiles Flugverhalten auffällt. Die Senf-Blauschillersandbiene ist mit ihrer beachtlichen Körpergröße von 13 bis 15 mm in beiden Geschlechtern und dem typischen Blauschimmer auf Flügeln und Hinterleib zuverlässig zu erkennen. Die schneeweiße Färbung der Schienenbürsten an den Hinterbeinen der Weibchen, und der Behaarung an weiteren Körperstellen liefern einen auffälligen Kontrast zum schwarzen Chitinpanzer. Insbesondere die Männchen sind rasante Flieger, worauf sich der wissenschaftliche Name „agilissima“ bezieht.

Rostrote Mauerbiene ist Insekt des Jahres 2019

Die Rostrote Mauerbiene ist das Insekt des Jahres 2019. Das Kuratorium unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Thomas Schmitt, Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut in Müncheberg, prämierte die Bienenart aus einer Reihe von Vorschlägen, um auf den notwendigen Schutz von Wildbienen und die Bedeutung von Bestäubern aufmerksam zu machen. Die Schirmherrschaft der Auszeichnung übernahm die österreichische Umweltministerin Elisabeth Köstinger.

Papier zur Bienenrettung?

Nicht zur Rettung selbst, aber als Baustein sehen es die Entwickler des innovativen Papiers durchaus, das Bienen einen Energieschub geben soll. Vor allem in für Bienen nahrungsarmen Regionen und zu trachtarmen Zeiten soll es helfen, die Lücken zu schließen: einerseits durch die direkte Bereitstellung von Energie und andererseits durch das Wachsen von Trachtpflanzen quasi aus dem Papier.

Stachel und Staat

Inzwischen ist das Bewusstsein für das Insektensterben in weiten Teilen der Öffentlichkeit angekommen. Doch die Bedeutung der Insekten – der heimlichen Herrscher der Welt – ist vielen unbekannt. Michael Ohl will das mit einer leidenschaftlichen Naturgeschichte für die staatenbildenden Insekten ändern – Bienen, Wespen und Ameisen.

Blütengröße entscheidend für Besuche durch Wildbienen

Sonnenblumen Helianthus annuus L. sind eine bedeutende Nutzpflanze und Honig- und Wildbienen ihre hauptsächlichen Bestäuber für konsistent hohe Erträge. Die Größe einer Blüte, ihr Aussehen und die florale Belohnung stehen in einem Zusammenhang mit der Anzahl und Dauer der Besuche durch Bestäuber. Entsprechende Merkmale können durch züchterische Maßnahmen daher bei Kulturpflanzen zu einer besseren Bestäubungsleistung führen, zumal sich Untersuchungen mehren, die zeigen, dass Ertragssteigerungen auch bei Nutzpflanzen möglich sind, wo dies in der Vergangenheit nicht vermutet wurde.

Unbekannte Bestäuber in Australien

Die Europäische Honigbiene kam erst 1822 nach Australien und hat sich seither zu einem wichtigen Bestäubungsdienstleister in der Landwirtschaft entwickelt. Sie ist auf dem fünften Kontinent zwar nicht von der Varroa-Milbe, aber ebenso durch Schädlinge und Umweltveränderungen bedroht. Das ist durchaus ein Grund, warum das Interesse an den natürlichen australischen Bestäubern wieder wächst. Denn davon gibt es reichlich.

Bienen durch Pestizid gegen Zika-Virus gefährdet

In den Vereinigten Staaten sind bis zu 13 % der Imker gefährdet, ihre Honigbienen-Völker aufgrund von Pestiziden zu verlieren, die zur Eindämmung des Zika-Virus versprüht werden. Das Zika-Virus kann bei ungeborenen Kindern zu schweren Hirndefekten führen. Es wird von Moskitos verbreitet, so dass die Insekten in den südlichen US-Bundesstaaten ins Visier genommen werden, da dort mit Zika-infizierte Stechmücken auftreten.

Vorhersage-Tool für Wildbienen

Wissenschaftler der Universität Maine haben eine Anwendung namens „BeeMapper“ entwickelt. Landwirte, die sich auf den Anbau von Blaubeeren spezialisiert haben, sollen damit besser abschätzen können, wie viele Wildbienen bei ihren Feldern als Bestäuber verfügbar sind. So können sie die Lebensbedingungen an ihren Feldern für zusätzliche Wildbienen verbessern oder Honigbienen zur ergänzenden Bestäubung anmieten.

Hummelflug als Vorbild

Fliegen ist gar nicht so leicht. Und schon gar nicht in Bereichen weniger Zentimeter, wo Insekten auf unberechenbare Bewegungen der Luft treffen. Sie haben dazu aktive und passive Kontrollmechanismen entwickelt. In einer aktuellen Studie haben Wissenschaftler fliegende Hummeln beobachtet, die einer einzelnen isolierten Böe ausgesetzt waren.

Seiten