Honigbienen verlieren durch Insektizide und Unkrautvernichter Geschmackssinn

Der Grünen Revolution wird zugeschrieben, eine Milliarde Menschenleben zu retten, weil Nutzpflanzen mit Pestiziden und Unkrautvernichtungsmitteln besprüht werden. Inzwischen wird immer offensichtlicher, dass diese vermeintliche Innovation zunehmend widersprüchlich ist: Die Insekten, die für die Bestäubung eines Drittels der weltweiten Nutzpflanzen notwendig sind, fallen den zum Schutz der Kulturpflanzen ausgebrachten Chemikalien als Kollateralschäden zum Opfer. Und Honigbienen sind dabei keine Ausnahme.

Neue Hoffnung für Nordamerikas seltenste Bienenart

Die Macropis-Kuckucksbiene ist eine der seltensten Bienen in Nordamerika, besonders wegen ihrer  ökologischen Nische, in der sie sich eingerichtet hat. Sie ist ein Nestparasit von Ölbienen der Gattung Macropis, die ihrerseits auf Blüten der Pflanzengattung Lysimachia angewiesen sind. Forscher haben nun entdeckt, dass die Kuckucksbiene ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet massiv ausgeweitet hat.

Verbote von Neonicotinoiden in der EU rechtens

Das Gericht der EU stellt die Gültigkeit der Beschränkungen fest, die 2013 auf EU-Ebene für die Insektizide Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid wegen der von diesen ausgehenden Gefahren für Bienen eingeführt worden sind. Dagegen gibt es der Klage von BASF weitgehend statt und erklärt die Maßnahmen zur Beschränkung der Verwendung des Pestizids Fipronil für nichtig, da sie ohne vorherige Folgenabschätzung ergangen waren.

Große Bienenschutz-Initiative in kleinem Ort

Das Unternehmen Bien-Zenker GmbH zählt zu den großen Fertighausherstellern in Europa und hat seinen Sitz in Schlüchtern, einer Kleinstadt im Main-Kinzig-Kreis. Anfang Mai wurde dort ein Bienen-Begegnungshaus eingeweiht und dabei der Startschuss für eine einmalige Initiative zum Schutz der Bienen gegeben: Die Initiative „Bienen schützen. Zukunft sichern“ soll Unternehmen in ganz Deutschland für den Bienenschutz gewinnen und so einen spürbaren Beitrag im Kampf gegen das Bienen- sowie Insektensterben und für den Erhalt der Biodiversität leisten.

Bienen schaffen neue Jobs in Äthiopien

Vielen Schulabgängern in Äthiopien fehlen nach wie vor berufliche Perspektiven. Im Rahmen des Projekts „Grüne Innovationszenten“ aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) schafft die Stiftung Menschen für Menschen – Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe – neue Jobs für junge Menschen. Ausgesucht wurde dafür die Projektregion Dano, rund 230 Kilometer westlich von Addis Abeba, der Hauptstadt von Äthiopien.

Ohne Bienen kaum Auswahl im Supermarkt

Um seine Kunden über die unmittelbaren Folgen des Insektensterbens zu informieren, hat der Lebensmitteldiscounter Penny in seiner Filiale am Marktplatz 5 in Langenhagen sämtliche Produkte aus den Regalen genommen, die es – in der bekannten Form – nicht mehr gäbe, wenn das Insektensterben unvermindert weitergeht. In Zahlen: Von den 2.500 Artikeln im Sortiment sind rund 60 Prozent direkt oder indirekt von der Insektenbestäubung abhängig.

15 neue Arten Kuckucksbienen entdeckt

Kuckucksbienen legen ihre Eier unauffällig in die Nester anderer Bienenarten. Die Kuckuckskinder töten die Wirtslarve oder fressen das Wirtsei und ernähren sich von dem eingelagerten Pollen. Neun neue Arten dieser heimlichen Bienen wurden in Sammlungen und Museen in ganz Nordamerika gefunden; sechs weitere sind auf eine unveröffentlichte jahrzehntealte akademischen Arbeit zurückzuführen.

Bienen bringen mehr als Honig

Bereits seit 2016 verzichten Aldi Süd und Aldi Nord auf Neonicotinoide und schließen deren aktive Spritzanwendung beim Anbau von Obst, Gemüse, Kartoffeln und Blumen in Deutschland aus. Zudem bietet Aldi Süd keine Non-Food-Aktionsartikel an, die bienengefährdende Wirkstoffe beinhalten und führt als erster Lebensmitteleinzelhändler Aktionsartikel, die mit dem Label „Insect Respect“ ausgelobt sind. Im aktuellen Angebotsprospekt widmet Aldi Süd den Bienen eine Doppelseite - natürlich auch, um Produkte zu verkaufen.

Herr Bien und seine Feinde

Bienen prägen als Bestäuber unsere Umwelt und das seit Millionen Jahren. Die Wege der Honigbienen kreuzen die Menschheitsgeschichte seit Tausenden Jahren, doch erst seit wenigen Jahrzehnten hat der Mensch das meist friedliche Nebeneinander aufgekündigt: Das Bienensterben macht die Runde, wenngleich sachlich und fachlich selten in den korrekten Zusammenhang gestellt.

Honigbienen leben länger ohne Neonicotinoide und ohne Nahrungsmangel

Honigbiene sind wichtige Bestäuber für landwirtschaftliche Produkte. Die Gesundheit von Bienen ist von mehreren Faktoren abhängig, einschließlich Ressourcenqualität und Pestizidbelastung. Insbesondere in intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen mit weitläufigen Monokulturen können Qualität und Quantität der verfügbaren Nährstoffe vermindert sein, die Belastung mit Pestiziden ist wahrscheinlich. Bislang gibt es jedoch keine Untersuchungen zu synergetischen Effekten von Pestiziden und Ernährungsstress. Eine aktuelle Studie hat sich nun dieser Thematik gewidmet. Die Ergebnisse haben Auswirkungen auf die aktuelle Risikobewertung von Pestiziden.

EU will Einsatz von bienenschädlichen Insektiziden im Freien verbieten

Die Vertreter der Mitgliedstaaten haben einen Vorschlag der Europäischen Kommission unterstützt, die Verwendung der drei Neonicotinoide Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam weiter einzuschränken. Die Verwendung der drei Stoffe im Freien wird verboten, und die betreffenden Neonicotinoide dürfen nur in permanenten Gewächshäusern verwendet werden, in denen kein Kontakt mit Bienen zu erwarten ist.

Belegstellenschutzgesetz in Sachsen

Der Umweltausschuss des Sächsischen Landtages hat jüngst Experten zu einem neuen Gesetzentwurf der Staatsregierung für ein Belegstellenschutzgesetz angehört.
Mit diesem Gesetz sollen erstmals Belegstellen für Honigbienen in Sachsen eingeführt werden, um deren Reinzucht in einem dafür extra ausgewiesenen Gebiet zu ermöglichen. Wie die CDU-Fraktion im Landtag wenig fachkundig in ihrer Pressemitteilung schreibt, sollen „mit diesen Schutzräumen die Einschleppung von Krankheiten und Schadorganismen über andere, nicht an der Zucht beteiligte Bienenvölker, künftig verhindert werden.“

Hummelarten der Azoren

Das Archipel der Azoren ist natürlicherweise kein Lebensraum von Hummeln. Aufgrund der großen Entfernung zu den nächsten natürlich vorkommenden Hummeln, konnten sie es nur mithilfe des Menschen auf die Inselgruppe schaffen. Erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Feldhummeln auf den Azoren beobachtet und blieben bis 2005 auch die einzig dort bekannte Hummelart.

Mein Schmetterlingsjahr

Vor allem Honigbienen stehen im Rampenlicht, wenn es um das Insektensterben und ihre ach so wichtige Funktion als Bestäuber geht. Dabei sorgen nicht nur (Wild-)bienen für die Bestäubung in der Natur und auf dem Acker. Wichtige Bestäuber sind auch Tag- und Nachtfalter. Hier zu Lande stehen sie nicht gerade im Fokus, vielleicht, weil man sie kaum noch beobachten kann. Gründe, ihnen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, gibt es viele.

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