Wissenschaft

Aktuelle Nachrichten und Informationen aus der Wissenschaft - inbesondere über Studienergebnissen - zu Honigbienen, Hummeln und weiteren Wildbienen aus der ganzen Welt.

Neue alpine Sandbiene entdeckt

In einer aktuellen Studie haben Wissenschaftler die Bienen-Taxa der Zweifarbigen Sandbiene, einschließlich Andrena montana und A. allosa überarbeitet, deren Status umstritten war. Analysen eines mitochondrialen Gens und eines Kerngens sowie morphologische Untersuchungen zeigten die Präsenz von insgesamt vier alpinen Arten, von denen A. amieti neu ist. Die neue Art ist in den Alpen von Südfrankreich über die Schweiz, Norditalien und Süddeutschland bis nach Österreich verbreitet. Ein einzelnes Vorkommen ist aus dem Apenninen bekannt.

3D-Scanner für Insekten

Für die Forschung an Insekten reisen Wissenschaftler um die ganze Welt. Doch Dank der neuesten Digitalisierungsmöglichkeiten reichen in Zukunft ein paar Klicks am Computer aus, um jedes kleinste Haar einer Biene zu erkennen. Möglich macht dies der weltweit erste 3D-Scanner für Insekten aus Museumssammlungen, der sogenannte Darmstädter Insektenscanner DISC3D. Er hält Einzug ins Museum für Naturkunde Berlin.

Älteste bekannte Spinnenwespe beschrieben

23 fossile Arten innerhalb von 14 Gattungen wurden bereits Wegwespen zugeordnet. Fünf dieser Gattungen sind ausgestorben. Die älteste beschriebene fossile Art der Spinnenwespe weist auf einen späten eozänen Ursprung der Gruppe hin, obwohl die Familie bereits aus dem frühen Eozän bekannt ist. Wissenschaftler haben nun eine neue Art der Spinnenwespe aus der Fur-Formation im heutigen Dänemark beschrieben, die erste aus der Zeit des Ypresium stammt. Cryptocheilus leleji ist damit die älteste bekannte Spinnenwespe.

Paarung bei Hummeln mit positiven Auswirkungen auf Winterruhe

Das Verständnis der Mechanismen, mit denen Organismen sich an ungünstige Bedingungen anpassen, ist eine grundlegende Frage von Ökologie und Evolutionsbiologie. Ein solcher Mechanismus ist die Diapause, die Ruhephase, mit der etwa auch Hummeln den Winter überstehen. Wissenschaftler haben die molekularen Veränderungen in der Hämolymphe der Dunklen Erdhummel untersucht.

Künstliche Prärie als Rettung in landwirtschaftlichen Gebieten

Wissenschaftler platzierten Honigbienen neben Sojabohnen-Feldern im US-Bundesstaat Iowa und verfolgten, wie es den Bienen während der Vegetationsperiode erging. Zur Überraschung der Forscher schnitten die Bienen den größten Teil des Sommers gut ab. Die Völker wuchsen und bauten Honigvorräte auf. Im August kehrte sich der Trend jedoch um. Mitte Oktober war der größte Teil des Honigs verschwunden und die überwinternde Brut unterernährt.

Von Australien nach Chile

Bei Erhebungen 2009 am Cerro San Cristobal in Santiago de Chile wurde die eigentlich nur in Australien endemisch vorkommende Wildbiene Hylaeus (Gnathoprosopis) euxanthus als Einzelexemplar angetroffen. Seitdem wurden zahlreiche weitere Individuen beobachtet, die verschiedene Pflanzenarten in der Umgebung von Santiago und Valparaíso besuchen.

Faulbrut über Wachs verhindern

Eine besonders schwere Brutkrankheit bei Honigbienen ist die Amerikanische Faulbrut. Zur Eindämmung des Erregers müssen betroffene Bienenvölker je nach Fortschritt der Krankheit abgetötet werden. Wissenschaftler haben nun eine einfache und effektive Methode entwickelt, Larven vor der Erkrankung zu schützen. Sie nutzen einen Wirkstoff aus der Natur, der von Imkern mit den Mittelwänden in die Bienenstöcke eingebracht werden soll. Die Erfindung ist bereits patentiert, muss aber noch zur Marktreife weiterentwickelt werden.

Pestizide wirken in geringsten Konzentrationen

Schadstoffe wie Pestizide können bereits in zehntausendfach geringeren Konzentrationen Wirkungen auf sensitive Individuen haben als bislang angenommen. Das konnten Wissenschaftler in einer aktuellen Studie zeigen. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Maß an Stress. Auf den ersten Blick überraschend: Nicht nur zu viel, sondern auch zu wenig Stress kann zu höherer Empfindlichkeit gegenüber Schadstoffen führen.

Geeignete Lebensräume von Hummeln

Einige Hummelarten sind weltweit rückläufig. Die Rückgänge sind auf viele Faktoren zurückzuführen, wobei der Verlust geeigneter Lebensräumen wesentlich ist. Der Lebensraum ist ein wesentlicher Ausgangspunkt für jede Art und sollte ein zentraler Schwerpunkt der Erhaltungsbemühungen zum Schutz gefährdeter Arten sein. Geeignete Lebensräume für unterschiedliche Hummel-Arten sind jedoch teilweise nur vage bekannt. In einer Meta-Studie haben Wissenschaftler von anderen Forschern geprüfte Quellen zusammengetragen, die die Lebensräume von Hummel-Arten beschreiben.

Keine Bienen ohne Wildkräuter

Die Ernährung der Bevölkerung ist für die Agrarwirtschaft die Ausrede für monotone Landschaften. Damit einher geht ein massiver Einsatz von Pestiziden und einem Artensterben in einem Ausmaß, das immer deutlicher wird. Verkannt wird dabei, dass Wildkräuter und Bestäuber Ökosystemleistungen erbringen, die zu einer besseren Ernte beitragen. Ein übermäßiger Pestizid-Einsatz ist daher kontraproduktiv und so gilt es eine Balance zu finden. Letztlich wäre diese sogar wirtschaftlicher. Forscher zeigen in einer Metastudie auf, wie das gelingen kann.

Fühler bei Bienen stehen für Sozialverhalten und Kommunikation

Das soziale Verhalten bei Bienen entwickelte sich gemeinsam mit ihrem komplexen chemischen Kommunikationssystem. Schmal- und Furchenbienen verfügen im Vergleich zu verwandten Solitärbienen über mehr sensorische Mechanismen. Der Unterschied wird durch die Dichte der kleinen, hohlen Sinneshaare gemessen, die sich auf ihren Fühlern befinden und als Sensilla bezeichnet werden.

Wildblumen nützen Nutzpflanzen in der Landwirtschaft

Landwirte, die nachhaltig und ökologisch arbeiten, benötigen umweltfreundliche Lösungen. Eine Strategie besteht darin, Kulturen von Nutzpflanzen mit Anpflanzungen von Wildblumen zu umgrenzen. Das lockt Bestäuber an, aber auch potenzielle Schädlinge. Bei den Anpflanzungen kommt es allerdings auf die richtige Mischung aus natürlichen Lebensräumen und landwirtschaftlichen Flächen an.

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