Wissenschaft

Aktuelle Nachrichten und Informationen aus der Wissenschaft - inbesondere über Studienergebnissen - zu Honigbienen, Hummeln und weiteren Wildbienen aus der ganzen Welt.

Bienen brauchen mehr als Blüten

Der Insektenrückgang und damit auch der vieler Wildbienen ist allein schon aufgrund ihres fortschreitenden Verlustes an Lebensräumen zu erklären. Im Mittelpunkt von Erhaltungsbemühungen stehen aktuell vor allem Programme für eine Verbesserung ihres Nahrungsangebotes – Blüten. Doch neben Blüten benötigen viele Bienen-Arten auch nicht-florale Ressourcen. Das spielt erstaunlicherweise bisher keine Rolle bei den Betrachtungen zur Erhaltung von Lebensräumen für Bienen.

Bestäubung in Städten besser als auf dem Land

Blütenpflanzen werden in Städten besser bestäubt als im Umland. Das zeigt ein Experiment eines Wissenschaftlerteams. Die Forscher fanden zwar auf dem Land insgesamt eine größere Vielfalt an Fluginsekten – in den Städten sorgten aber mehr Bienen und Hummeln für mehr bestäubte Blüten an den Testpflanzen. Mit Abstand am fleißigsten bestäubten Hummeln, die vermutlich von einer höheren Zahl geeigneter Lebensräume in der Stadt profitieren.

Honigbienen lassen Phacelia-Pollen links liegen

In der landwirtschaftlichen Produktion werden Honigbienen gerne zu Bestäubungszwecken eingesetzt: Sie sind gut verfügbar, besitzen keine speziellen Präferenzen für bestimmte Blüten, lassen sich einfach handhaben und in ihren Beuten gut transportieren. Phacelia wird gerne als Gründünger und Zwischentracht für Bienen ausgesät. Doch wie wertvoll ist Phacelia für Honigbienen wirklich?

Pyrrolizidinalkaloide in Pollen nicht unterschätzen

Vorausgegangene Studien haben gezeigt, dass Pollen-Produkte, die als Nahrungsergänzungsmittel verkauft und in der Apitherapie eingesetzt werden, toxische Pyrrolizidinalkaloide (PAs) enthalten können. Bienen müssen dafür Pollen von PA-haltigen Pflanzen wie Gewöhnlichem Natterkopf sammeln.
In der hier vorgestellten Studie wurde der botanische Ursprung von Pollen an zwei Orten untersucht. Der festgestellte PA-Gehalt in den Pollen-Proben der Honigbienen während der Blütezeit war relativ hoch, obwohl die Bienen insgesamt nur relativ wenig Pollenfracht sammelten. Eine Überwachung des gesammelten Pollens bei den rückkehrenden Bienen allein ist nicht ausreichend, um das Risiko einer PA-Kontamination im Pollen abzuschätzen.

Landnutzung hat langfristige Auswirkung auf biologische Vielfalt

Die Vergangenheit lässt die biologische Vielfalt in Agrarlandschaften nicht los. Anhand einer Agrarlandschaft in Südwest-Frankreich konnten Wissenschaftler zeigen, dass eine Zwischennutzung von Wiesen und Weiden als Ackerland auch nach zwanzig Jahren die Eigenschaften zur Bewegung und Nahrungssuche innerhalb einzelner Artengemeinschaften auf heutigen Wiesen und Weiden homogenisiert. Daher ist es laut Studie nötig, bestehende Wiesen- und Weideflächen in Agrarlandschaften langfristig zu erhalten. Nur so bieten sie eine Zuflucht für Arten, die durch den Umbruch in Ackerland verloren gehen.

Neue alpine Sandbiene entdeckt

In einer aktuellen Studie haben Wissenschaftler die Bienen-Taxa der Zweifarbigen Sandbiene, einschließlich Andrena montana und A. allosa überarbeitet, deren Status umstritten war. Analysen eines mitochondrialen Gens und eines Kerngens sowie morphologische Untersuchungen zeigten die Präsenz von insgesamt vier alpinen Arten, von denen A. amieti neu ist. Die neue Art ist in den Alpen von Südfrankreich über die Schweiz, Norditalien und Süddeutschland bis nach Österreich verbreitet. Ein einzelnes Vorkommen ist aus dem Apenninen bekannt.

3D-Scanner für Insekten

Für die Forschung an Insekten reisen Wissenschaftler um die ganze Welt. Doch Dank der neuesten Digitalisierungsmöglichkeiten reichen in Zukunft ein paar Klicks am Computer aus, um jedes kleinste Haar einer Biene zu erkennen. Möglich macht dies der weltweit erste 3D-Scanner für Insekten aus Museumssammlungen, der sogenannte Darmstädter Insektenscanner DISC3D. Er hält Einzug ins Museum für Naturkunde Berlin.

Älteste bekannte Spinnenwespe beschrieben

23 fossile Arten innerhalb von 14 Gattungen wurden bereits Wegwespen zugeordnet. Fünf dieser Gattungen sind ausgestorben. Die älteste beschriebene fossile Art der Spinnenwespe weist auf einen späten eozänen Ursprung der Gruppe hin, obwohl die Familie bereits aus dem frühen Eozän bekannt ist. Wissenschaftler haben nun eine neue Art der Spinnenwespe aus der Fur-Formation im heutigen Dänemark beschrieben, die erste aus der Zeit des Ypresium stammt. Cryptocheilus leleji ist damit die älteste bekannte Spinnenwespe.

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