Wissenschaft

Aktuelle Nachrichten und Informationen aus der Wissenschaft - inbesondere über Studienergebnissen - zu Honigbienen, Hummeln und weiteren Wildbienen aus der ganzen Welt.

Zusätzlich steht eine Übersicht aller veröffentlichter Studien mit ihren Originaltiteln bereit. Dort kann nach Begriffen in den Studientiteln und den Namen der Autoren gefiltert werden.

Apitherapie als vielversprechende Quelle gegen COVID‐19

Das Auftreten des Coronavirus (SARS-CoV-2) im Jahr 2019 war der dritte Ausbruch eines hoch pathogenen Coronavirus, das den Menschen infiziert. Das neuartige Virus verbreitete sich seither weltweit. An Impfstoffen und Therapeutika zur Behandlung von Coronavirus-Infektionen wird seit rund einem Jahrzehnt geforscht, jedoch ohne bisher zugelassene Präparate. Die Apitherapie könnte eine vielversprechende Quelle für pharmakologische Wirkstoffe und medizinisch wirksame Lebensmittel zur Behandlung und Prophylaxe von COVID-19 bieten.

Hummeln lieben abwechslungsreiche Ernährung

Wissenschaftler haben mit molekularbiologischen Methoden und traditioneller Mikroskopie das Pollen-Sammelverhalten von Honigbienen und Hummeln in Agrarlandschaften untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Hummeln, um ihren Bedarf an Eiweißnahrung zu stillen, viel mehr Pollen aus unterschiedlichen Pflanzengattungen nutzen als Honigbienen. Außerdem werden weniger Pollen von der Zielpflanze Erdbeere gesammelt, wenn viele Rapsfelder in der umgebenden Landschaft in Blüte sind.

Negative Effekte von Honigbienen auf Wildbestäuber und Pflanzen

Wildbestäuber sorgen häufig für einen hochwertigen Bestäubungsdienst und hohe Fruchtbarkeit der von ihnen bestäubten Pflanzen. Honigbienen werden in der Landwirtschaft häufig ergänzend eingesetzt, um quantitative Bestäubungsleistungen zu erbringen. Weitgehend unbekannt ist, ob Honigbienen die evolutionären Wechselwirkungen zwischen Wildbestäubern und Pflanzen beeinflussen und sich deren Einsatz am Ende vielleicht sogar als kontraproduktiv erweist.

Einheimische Mauerbienen mit Verlusten, Neuankömmlinge mit Zuwachs

Eine Studie zeigt, dass sechs einheimische Arten Mauerbienen in den Mittelatlantikstaaten der Vereinigten Staaten rückläufig sind, während es sich Neuankömmlinge gut gehen lassen: Eine exotische Art hat ihre Population in 15 Jahren um 800 % erhöht, eine andere Art, die in den 1970er Jahren aus Japan importiert wurde, hat eine stabile Population inmitten des Rückgangs einheimischer Arten aufrechterhalten können.

Solitärbienen besitzen funktionierende innere Uhr per Geburt

Soziale Insekten wie Honigbienen und Hornissen haben sich entstehungsgeschichtlich aus solitärlebenden Wespen entwickelt. Soziale Insekten zeigen häufig ein altersspezifisches Verhalten: Wenn sie das Puppenstadium beendet haben, spezialisieren sich die geschlüpften Arbeiterinnen in der Regel rund um die Uhr in der Dunkelheit des Nestes auf bestimmte Aufgaben, beginnend mit der Brutpflege. Mit zunehmendem Alter verlagern sich ihre Aufgaben jedoch allmählich zu zyklischeren Aufgaben von der Mitte des Nestes weg und gipfeln gegen Ende ihres Lebens in der Nahrungssuche im Freien, bei Tageslicht. Wissenschaftlerinnen haben Hinweise gefunden, dass diese Verschiebung zu den rhythmischen Aufgaben bei Solitärbienen nicht auftritt und dies auf eine langsamere Entwicklung der inneren circadianen Uhr sozialer Honigbienen im Vergleich zu Solitärbienen zurückzuführen ist.

Wertvoller Kleepollen

Im Osten Nordamerikas liegt der Lebensraum der endemischen Keulhornbiene Ceratina calcarata. Zurückliegende Studien haben gezeigt, dass die primären Pollenquellen der Biene Klee und Rosen sind. In einer aktuellen Studie wurden die Auswirkungen der Nahrungszusammensetzung auf Körpergröße, Entwicklung und Überleben verglichen.

Brutbiologie und Verbreitung der Mauerbiene Osmia uncinata

Die Mauerbiene Osmia uncinata zählt zu den paläarktischen Megachilidae, die vom gemäßigten Nordeuropa nach Osten bis in den russischen Fernen Osten verbreitet ist. Die Entdeckung von über 80 Nestern in der Schweiz, in Süddeutschland und in Schottland ermöglichte erstmals eine genauere Untersuchung der Brutbiologie und veranlasste die Bewertung der Phänologie, Verbreitung und des Lebensraums der Art.

Beschleunigung trotz Landeanflug

Die meisten flugfähigen Tiere verlassen sich vorwiegend auf visuelle Hinweise, um ihre Flugbahn bei der Landung zu koordinieren. Bei einer Landung im Sichtflug verringern die Tiere normalerweise ihre Geschwindigkeit im Anflug vor dem Aufsetzen. Stachellose Biene Scaptotrigona depilis beschleunigen allerdings, bevor sie auf dem schmalen Eingang ihres Bienenstocks landen.

Pollenspezialisierung bei Mauerbienen

Eine Reihe von Bienen-Arten sind Ernährungsspezialisten und beschränken die Nahrungssuche nach Pollen auf bestimmte Blüten; sie werden als oligolektisch und monolektisch bezeichnet. Trotz zahlreicher Forschungen sind die Gründe für die Spezialisierung der Bienen und umgekehrt die Gründe, bestimmter Pflanzentaxa sich auf diese Spezialisten zu verlassen, oft unklar.

Volkswirtschaftlicher Nutzen der Bestäubungsarbeit

Eine Billion US-Dollar oder rund ein Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts ist die Arbeit von Tieren, allen voran von Insekten, bei der Bestäubung von Blüten wert. Dieser enorme Wert ist das Ergebnis einer neuen Simulationsstudie. Allein in Deutschland würde die Gesellschaft bei einem Wegfall aller bestäubenden Insekten im Durchschnitt rund 3,8 Milliarden Euro verlieren.

Dramatisches Insektensterben bei Schwebfliegen

Forschungsarbeiten auf der Forschungsstation für Vogel- und Insektenzug Randecker Maar im Kreis Esslingen (Baden-Württemberg) belegen dramatische Einbrüche bei Insekten. In einer europaweit einmaligen Langfriststudie haben Insektenkundler innerhalb von zwei Versuchsreihen Rückgänge von rund 97 % innerhalb von 50 Jahren und etwa 85 Prozent innerhalb einer 40-jährigen weiteren Studie bei ziehenden Insekten nachgewiesen.

Pestizide aus Südtirol in der Schweiz nachweisbar

Pestizide aus der Landwirtschaft können sich unkontrolliert über die Luft verbreiten, zum Teil über viele Kilometer hinweg. Mit einer jetzt vom Graubündner Amt für Natur und Umwelt veröffentlichten Messreihe aus dem Jahr 2019 konnte das Umweltinstitut München nachweisen, dass Pestizide aus dem Südtiroler Obstbau bis in das angrenzende Schweizer Münstertal verfrachtet werden.

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