Wissenschaft

Aktuelle Nachrichten und Informationen aus der Wissenschaft - inbesondere über Studienergebnissen - zu Honigbienen, Hummeln und weiteren Wildbienen aus der ganzen Welt.

Der Dachs als Räuber der Hummeln

Hummeln haben in der Natur nur wenig Freunde: Der Mensch setzt ihnen in allen Bereichen zu – durch immer weniger Lebensraum, Pestizide und die Verbreitung von Krankheiten durch die Haltung von Honigbienen. Zusätzlich müssen sich Hummeln gegen weitere schwierige Umweltbedingungen durchsetzen, in verbliebenen Lebensräumen etwa gegen natürliche Raubtiere wie dem Dachs.

Hummel-Drohnen sammeln anderen Nektar als Arbeiterinnen

Hummeln sind bedeutende Bestäuber in gemäßigten, subarktischen und alpinen Regionen, von denen viele Arten unter starkem Druck stehen und deutlich zurückgehen. Sie werden gerne für Modelluntersuchungen herangezogen, doch im Mittelpunkt stehen fast ausschließlich Arbeiterinnen und Königinnen. In einer aktuellen Studie standen die Drohnen im Mittelpunkt, über die nur wenig bekannt ist.

Cannabis als Pollenpflanze

Hanf genießt in den Agrarlandschaften der Vereinigten Staaten als schnell wachsende Nutzpflanze eine zunehmende Bedeutung. Bestäubt wird die Pflanze ausschließlich über Wind; Nektar fehlt ihr, aber sie produziert reichlich Pollen, der für eine Reihe von Bienen-Arten attraktiv sein könnte.

Hummel-Populationen erhöhen Apfel-Erträge deutlich

Der Verlust der Bestäubervielfalt kann die Erzeugung abhängiger Pflanzen verringern und das hat wiederum wirtschaftliche Auswirkungen. Es kursieren immer wieder Zahlen über den Wert der Bestäubung durch Bienen, die jedoch selten auf konkreten Studien basieren, sondern eher Schätzungen sind. In Argentinien sind Wissenschaftler der Frage nun anhand eines wichtigen einheimischen Bestäubers nachgegangen und haben die Auswirkungen auf die Landwirtschaft untersucht.

Wildbienen durch Honigbienen unter Druck

Honigbienen sind in der Region San Diego die am weitesten verbreiteten und reichlich vorhandenen Bestäuber von Wildpflanzen. Sie machen dort etwa drei Viertel aller beobachteten Bestäuber aus. Honigbienen beschränken sich bei ihrer Futtersuche aber auf die am häufigsten blühenden einheimischen Pflanzenarten. Und dort machen sie im Einzelfall mehr als 90 Prozent der Bestäuber aus.

Neonicotinoide auch Jahre nach Anwendungsverbot in der Umwelt

Die schädlichen Auswirkungen von Neonicotinoiden für Bienen führten 2013 zu einem EU-Moratorium für drei Neonicotinoide in bienenattraktiven Kulturen. Unabhängig von der Anwendung in der Landwirtschaft wurden Neonicotinoide in einer Reihe von Studien in Wildblumen und unbehandelten Nutzpflanzen nachgewiesen. Das führte zu der naheliegenden Vermutung, dass einmal ausgebrachte Neonicotinoide in der Umwelt deutlich langsamer zerfallen, als von der Industrie behauptet. Schädigungen für Insekten sind damit deutlich langfristiger.

Honig für Veganer

Der Weg für einen Honig, bei dem Bienen arbeitslos werden, ist gefunden. Eine Gruppe von Wissenschaftlern des Israel Institute of Technology hat bei der „International Genetically Engineered Machine“-Competition in Boston dafür sogar eine Goldmedaille erringen können.

Bienen brauchen mehr als Blüten

Der Insektenrückgang und damit auch der vieler Wildbienen ist allein schon aufgrund ihres fortschreitenden Verlustes an Lebensräumen zu erklären. Im Mittelpunkt von Erhaltungsbemühungen stehen aktuell vor allem Programme für eine Verbesserung ihres Nahrungsangebotes – Blüten. Doch neben Blüten benötigen viele Bienen-Arten auch nicht-florale Ressourcen. Das spielt erstaunlicherweise bisher keine Rolle bei den Betrachtungen zur Erhaltung von Lebensräumen für Bienen.

Bestäubung in Städten besser als auf dem Land

Blütenpflanzen werden in Städten besser bestäubt als im Umland. Das zeigt ein Experiment eines Wissenschaftlerteams. Die Forscher fanden zwar auf dem Land insgesamt eine größere Vielfalt an Fluginsekten – in den Städten sorgten aber mehr Bienen und Hummeln für mehr bestäubte Blüten an den Testpflanzen. Mit Abstand am fleißigsten bestäubten Hummeln, die vermutlich von einer höheren Zahl geeigneter Lebensräume in der Stadt profitieren.

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