Schutz von Wildbienen in der Stadt

  • Veröffentlicht am: 12.06.2018
Berlin kann auch anders als Steine und Beton und baut nun an seiner grünen Zukunft. Foto: andre_berlin/Pixabay, CC0 Creative Commons

Vor drei Jahren startete die Deutsche Wildtier Stiftung das Projekt zum Schutz von Wildbienen im städtischen Raum in Hamburg. Nun ist es mit eigenem Namen auch in der Hauptstadt angekommen. Im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf hat „Mehr Bienen für Berlin - Berlin blüht auf“ den ersten Schritt gemacht.

Den Wildbienen in der Hauptstadt geht es wie vielen Berlinern: Sie sind Individualisten, leben häufig als Single und sind stets auf der Suche nach geeignetem Wohnraum. Die Folge: Viele Wildbienenarten stehen auf der Roten Liste. „Den Berliner Bienen soll geholfen werden“, sagt Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, zum Start des neuen Projektes „Mehr Bienen für Berlin - Berlin blüht auf“, das im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf seinen Anfang nimmt. „Wir wollen mit diesem Projekt zeigen, dass es auch in urbanen Räumen möglich ist, Wildbienen zu schützen und zu fördern“, betont Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.

Was heute auf der Baumannschen Wiese in der Nähe der U-Bahn-Station Ruhleben seinen Anfang nimmt, soll auf viele weitere öffentliche Freiflächen in Berlin ausgedehnt werden. „Gemeinsam mit dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf wurden geeignete Standorte ausgewählt, die zu wildbienenfreundlichen Lebensräumen aufgewertet werden“, sagt Stefan Tidow. „Jede Fläche bekommt dabei ein individuelles Konzept.“

In Großstädten eignen sich auch oft die bisher vom Naturschutz vernachlässigten Flächen wie Grünstreifen, Verkehrsinseln und andere öffentliche Freiflächen als Lebensraum für Wildbienen. „Ob Blühflächen als Nahrungsgrundlage oder Totholz als Nistmaterial für Wildbienen - alle Maßnahmen werden auf Alltagstauglichkeit, Kosteneffizienz und Wirksamkeit geprüft“, erläutert der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Münchhausen sieht in den insektenfreundlich gestalteten Flächen auch Möglichkeiten, für die Städte und Kommunen Geld zu sparen.

Nicht nur die Wildbienen, auch die Berliner werden profitieren: „Nehmen wir als Beispiel die Projektfläche Hohenzollerndamm“, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen. „Was heute eine ungenutzte Fläche zwischen zwei Straßen ist, soll morgen ein blühender Lebensraum für Wildbienen werden.“