Unbekannte Bestäuber in Australien

  • Veröffentlicht am: 16.11.2018
Wer hätte das gedacht: Flughunde als Bestäuber. Foto: TheUjulala/Pixabay, CC0 Creative Commons

Die Europäische Honigbiene kam erst 1822 nach Australien und hat sich seither zu einem wichtigen Bestäubungsdienstleister in der Landwirtschaft entwickelt. Sie ist auf dem fünften Kontinent zwar nicht von der Varroa-Milbe, aber ebenso durch Schädlinge und Umweltveränderungen bedroht.

Das ist durchaus ein Grund, warum das Interesse an den natürlichen australischen Bestäubern wieder wächst. Denn davon gibt es reichlich.

Endemische Bienen

Mit rund 2.000 Arten bekannten, einheimischen Bienen hat Australien eine reiche Auswahl. Viele davon sind auch überraschend aktiv bei der Bestäubung von Nutzpflanzen. Einige leben im Boden, andere in Pflanzenstängeln. Bienenhotels werden von vielen Arten gerne angenommen.

Flughunde

Diese nächtlichen Bestäuber lieben den süßen Nektar einheimischer Blüten. Flughunde können vollständig mit Pollen bedeckt sein und sind für einheimische Waldökosysteme und als Bestäuber von wesentlicher Bedeutung.

Fliegen und Schmetterlinge

Sogar bei den lästigen Schmeißfliegen handelt es sich um wichtige Bestäuber, insbesondere für Avocados und auf Kaffee-Plantagen.

Motten

Blüten einiger Obstarten wie Pawpaw öffnen sich nur nachts und ziehen Motten als Bestäuber an. Mit Motten bestäubte Blüten sind oft weiß oder durchscheinend und duften besonders stark, um Motten anzulocken.

Vögel

Viele einheimische Vogelarten wie Loris und Honigfresser führen Bestäubungsdienste für einheimische Pflanzen durch. Die Vögel ernähren sich vom Nektar und übertragen im Gefieder den Pollen von Blüte zu Blüte.

„Auf der ganzen Welt sind Europäische Honigbienen von Schädlingen wie der Varroa-Milbe, dem Verlust von Blüten als Nahrungsgrundlage und Brutplätzen sowie von Klimaveränderungen wie zunehmenden Trockenperioden stark betroffen“, erklärt Professor James Cook von der Western Sydney Universität anlässlich der Woche der Bestäuber. „Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns alle um die Vielfalt der Bestäuber kümmern, die in Australien leben, indem wir ihnen Nahrung, Unterkunft und Lebensraum geben. Es ist für unsere eigene Ernährungssicherheit und für ihr Überleben.“

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