App für Bienengesundheit – „Bee Health Guru“

  • Veröffentlicht am: 23.05.2019
Es gibt für alles eine App. Sogar für die Bienenhaltung. Foto: Steve Buissinne/Pixabay, CC0 Creative Commons

Bienen vor dem Flugloch beobachten und in das Volk zu schauen, um den Gesundheitszustand zu testen? Das ist so etwas von gestern. Mit einem Android- oder Apple-Smartphone bewaffnet kann der Hippster von heute Bienen auch ohne biologisches Vorwissen halten und ihren Gesundheitszustand überwachen.

Die „Bee Health Guru“-App verspricht die einfachste Honigbienenhaltung aller Zeiten: Zur Überwachung des Gesundheitszustandes die große rote Aufnahmetaste am Smartphone in der App aktivieren und das Telefon durch das Flugloch in das Volk einführen.

Das Smartphone piepst nach 30-Sekunden, wenn die Aufnahme ausreicht und beendet ist. Danach erledigt die Künstliche Intelligenz (KI) den Rest, indem sie die Aufnahmen mit einer zentralen Datenbank abgleicht. Das Untersuchungsergebnis lässt sich dann in der App ablesen. Es ist die Vorhersage zum wahrscheinlichen Vorhandensein spezifischer Krankheiten (oder ihrer Abwesenheit).

An der App arbeitet nach Angaben der Entwickler seit fast einem Jahrzehnt ein Team von Bienenwissenschaftlern; die leitenden Forscher Jerry Bromenshenk und Colin Henderson arbeiten seit jeweils über 30 Jahren mit Bienen.

Mit ausgeklügelten Forschungstechniken und modernster Audioausrüstung, die an erfahrene Imker auf der ganzen Welt geliefert wurden, hat das Team nach eigenen Angaben spezifische Geräusche gesammelt, die Bienenvölker machen, wenn sie nicht gesund sind.

Kommt die App zu dem Ergebnis, dass etwas mit einem Volk nicht stimmt, ist eine Öffnung und Untersuchung des entsprechenden Volkes angesagt. In der App sind weiterführende Informationen enthalten, damit der Imker die gesundheitlichen Probleme der Bienen versteht. Wird etwa ein Problem mit Varroa-Milben gemeldet und der Imker ist sich unsicher, was das bedeutet, so kann er direkt in der App Bilder nachschlagen. Für diejenigen, die mehr Hilfe benötigen, gibt es zudem einen Zugang zu einer Online-Community.

Bis Ende Mai läuft noch eine Kampagne bei Kickstarter, um die Entwicklung der Software weiter zu optimieren.
Das Geld fließt direkt in die Bezahlung eines Datenanalyse-Experten, der die AI-Algorithmen der App weiter verbessern soll. Die Finanzierung ist aktuell bereits gesichert.