Bienenprodukte in der Medizin

  • Veröffentlicht am: 30.04.2019
Bienenprodukte in der Medizin - Apitherapie nach wissenschaftlichen Kriterien bewertet

Literatur zu Bienenprodukten abseits des Honigs gibt es eine ganze Menge und auch zur Apitherapie erscheinen immer wieder neue Werke. In den meisten werden ausschließlich die positiven Eigenschaften dargestellt – vielfach leider ohne wissenschaftlich fundierte Angaben oder Verweise auf entsprechende Studien. In diesem Buch geht es daher um die Apitherapie nur unter wissenschaftlichen Maßstäben.

Es handelt sich inzwischen um die dritte aktualisierte und erweiterte Auflage von Prof. Dr. med. Karsten Münstedt und Dr. med. vet. Sven Hoffmann. Wer noch die erste Auflage vor sich hat, erkennt sofort den Zuwachs – von 216 auf inzwischen 403 Seiten ist das Buch angewachsen.
In der Zwischenzeit gab es eine Reihe neuer Studien und Behandlungsansätze, die Einfluss gefunden haben. Gerade in den letzten Jahren hat es massive Zuwächse bei Studien über Propolis und Gelée royale gegeben.

In einer Sisyphusarbeit haben die Autoren ihre Arbeit für die aktualisierte Auflage fortgesetzt, aktuelle Studien zu sichten, auszuwerten und zusammenzufassen. Anders als in populärwissenschaftlichen Büchern der Apitherapie sind die Quellennachweise immer nachvollziehbar unmittelbar benannt – oder, wenn es für Behauptungen keine Grundlagen gibt, wird dies klar benannt.

Im Folgenden daher einige ausgewählte Ansätze für eine wissenschaftlich fundierte Nutzung von Honigprodukten.

Honig zur Wundheilung wird schon bei vielen frühen Hochkulturen erwähnt; in moderner Zeit haben vor allem einige Studien aufzeigen können wie mithilfe von Honig eine Wundheilung möglich ist, wo andere konventionelle Behandlungsmethoden zuvor versagten. Sogar bei bösartigen Tumorerkrankungen mit einem Tumordurchbruch der Haut kann Honig empfohlen werden, nicht jedoch als primäre Behandlung eines bösartigen Tumors.
Honig kann auch für Kinder bei Husten eine sinnvolle Möglichkeit der Behandlung darstellen, wie eine Zusammenfassung der vorliegenden Studienergebnisse durch die Autoren zeigen. Gleichwohl regen sie Fragestellungen an, die in der Zukunft durch weitere Studien geklärt werden sollten, etwa ob bestimmte Honigsorten besser als andere geeignet sein könnten.
Für den besonders hoch gehandelten Manukahonig kommen die Autoren nicht zum Schluss, dass er abseits einer bakteriellen Wundbehandlung so überzeugend sei wie vielfach behauptet.

Für recht viele Anwendungsfälle gut untersucht ist etwa das Bienenprodukt Propolis. Es wirkt beispielsweise gegen Lippen-Herpes besser als das Standard-Medikament; auch bei Papilloma-Viren zeigen zwei Studien erfreuliche Ergebnisse. Positive Effekte liegen ebenso für den Bereich der Zahnheilkunde vor, etwa die Wirksamkeit von Propolis-Mundwässern gegen Zahnfleischentzündungen.

Abgesehen von diesen Beispielen bietet das Buch zu allen Bienenprodukten – je nach dem Stand der Wissenschaft – unterschiedlich umfangreiche Darstellungen und selbst an so absonderlich anmutende Bienenprodukte wie den Wabentrester oder Produkte der Wachsmotten haben die Autoren gedacht.
Berücksichtigung finden aber ebenso mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Bienenprodukte.

Die Autoren möchten, dass sich – auf Basis einer „rationalen Auseinandersetzung mit dem Thema“ – für Patienten Bienenprodukte sinnvoll nutzen lassen, Risiken einer esoterischen Apitherapie aber vermieden werden. Imker und alle an Bienenprodukten Interessierte erhalten mit dem Buch eine wertvolle objektive Hilfe, die einen sehr umfassenden Überblick bietet. In der Form einzigartig (im deutschsprachigen Raum).

Bibliographische Angaben
Autor/Herausgeber: 
Titel: 
Bienenprodukte in der Medizin
Verlag: 
Auflage: 
3
Seitenzahl: 
403
ISBN: 
9783844058048
Preis: 
24,80 € (D)
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