Blütengröße entscheidet über Sammelroute bei Hummeln

  • Veröffentlicht am: 19.07.2017

In einem künstlichen Umfeld präsentierten japanische Forscher Hummeln verschiedene künstliche Blumen mit Nektar. Die Blüten waren von unterschiedlicher Größe und versprachen unterschiedliche Mengen lohnenden Nektars. Anders als vor dem Experiment angenommen, wurden nicht die Blüten mit dem meisten Nektar bevorzugt angeflogen, sondern die größten.

Eine effiziente Nektarsuche kann durchaus auch über die Größe der Blüten erfolgen und nicht allein über die Menge an Nektar, die eine Blüte als Belohnung vorhält. Die kleinen Blüten im Experiment hatten einen Durchmesser von zwei Zentimetern, die großen einen von sechs Zentimetern. Die Besonderheit beim Versuchsaufbau: Von den großen Blüten aus war direkt die nächste Blüten zu erkennen und damit besonders leicht zu erreichen. Von den kleinen Blüten aus, war eine nächste Blüte nicht direkt einsehbar. Das Einprägen der Flugroute also schwieriger.

Wenn die Blüten gut einsehbar waren, aber weniger Nektar enthielten, wurden sie von den Hummeln einfach schneller hintereinander aufgesucht, als sich die schwierigeren Wege zu den kleineren, aber nektarreicheren Blüten zu merken. Auf diese Weise folgen die Hummeln einem eigenen Kosten-Nutzen-Gleichgewicht, ohne dabei wirklich etwas zu verlieren.

Literaturstelle: 

Tsujimoto, S.G. & Ishii, H.H. Behav Ecol Sociobiol (2017) 71: 105. doi:10.1007/s00265-017-2328-y

Die Studie ist in vollem Umfang frei zugänglich (Open Access).
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