Preiswerte Untersuchungsmethode gegen gefälschtes Bienenwachs

  • Veröffentlicht am: 07.12.2017
Bienenwachs - ist es verfälscht oder nicht? Foto: Niels Gründel

Wachs(ver)fälschungen sind ein großes Problem für Imker. Der Deutsche Imkerbund e. V. (D.I.B.) will im Jahr 2018 ein sicheres und bezahlbares Analyseverfahren einführen, das allen Imkern offenstehen soll.

Zum Einsatz kommen soll bei den Untersuchungen die Infrarotspektroskopie. Sie gilt als gute und einfache Möglichkeit, mit der entsprechende Qualitätsprüfungen vorgenommen werden können. Für die Untersuchung von Wachs muss das verwendete Gerät jedoch kalibriert werden. Dazu ist es erforderlich, Proben in einem Standardverfahren zu messen. Diese Ergebnisse werden als Datenbasis für die infrarotspektroskopische Messung verwendet. Steht die Kalibrierung, können Wachsproben zukünftig sehr schnell mithilfe dieses Verfahrens gemessen werden.

Bis es so weit ist, muss eine Referenzdatenbank erstellt werden. Aktuell geschieht dies am Länderinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf. Dort werden Imker dann auch die ersten Proben von Wachs untersuchen lassen können. Ein genauer Termin ist zwar noch offen, doch die derzeitigen Planung haben das Ende des zweiten Quartals 2018 im Visier.

Grundsätzlich wird die Untersuchung jedem offen stehen. Die genaue Preisgestaltung ist noch nicht festgelegt. Der Preis für eine Analyse soll sich „wahrscheinlich im zweistelligen Bereich bewegen“. Da der D.I.B. die Entwicklung aktuell mit einer großen Fördersumme unterstützt, wird daran gedacht, Vorzugspreise für Mitglieder des D.I.B. anzubieten.

Möglicherweise wird das Analyseverfahren zu einem späteren Zeitpunkt auch von anderen Bieneninstituten übernommen. Beim D.I.B. sieht man gute Gründe für das neue Analyseverfahren: „Mit dieser schnellen und relativ preiswerten Methode können die Imker Sicherheit erlangen, ob eine Verfälschung mit Stearin oder Paraffin oder beidem vorliegt. Wenn auch für die genaue Zusammensetzung weitere Analysen notwendig wären, hat der Imker einen sicheren Anhaltspunkt für oder gegen eine Verfälschung. Gerade hier herrscht momentan eine große Unsicherheit“, so Barbara Löwer, Geschäftsführerin des D.I.B.

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