Noch lebt die Wüste

  • Veröffentlicht am: 30.10.2018
Die sehr seltene Mojave-Mohnbiene Perdita meconis braucht dringend Schutz. Foto: Zach Portman/University of Minnesota

Karge Regionen wie Wüsten sind auf den ersten Blick nicht unbedingt der Hort für reichhaltiges Leben. Einst an vielen Orten anzutreffende Spezies geht es heute aber bedeutend schlechter, wie der Mojave-Mohnbiene Perdita meconis. Das Insektensterben ist sogar in der Wüste angekommen.

Obwohl sie einst einen großen Teil der Mojave-Wüste bevölkerte, wurde die gelb-schwarze Biene durch Lebensraumverlust, Beweidung, Gipsabbau und die Freizeitnutzung durch Crossfahrer an den Rand des Aussterbens gebracht. Die Biene ist hochspezialisiert auf die Bestäubung zwei seltener Wüsten-Mohnblumen: Die Biene verschwindet zunehmend, da die Pflanzen aussterben.

„Wenn wir nicht schnell handeln, werden wir diese wunderschöne kleine einheimische Biene verlieren, wenn wir zusehen, wie zwei der unersetzlichen Wüstenblumen der Mojave weiter im Bestand abnehmen“, so die Entomologin Dr. Tara Cornelisse, Entomologin vom Center for Biological Diversity. „Ihre Geschichte ist ein perfektes Beispiel dafür, warum wir der Not unserer gefährdeten einheimischen Bienen nicht den Rücken zuwenden können.“

Die Mojave-Mohnbiene, die erstmals 1993 von Wissenschaftlern beschrieben wurde, bewohnte mindestens 34 bekannte Gebiete in den US-Bundesstaaten Nevada, Kalifornien, Arizona und Utah. Aktuell sind nur noch sieben Gebiete bekannt, in denen sie anzutreffen ist – sie alle befinden sich in der Lake Mead National Recreation Area und im benachbarten Bureau of Land Management im Clark County, Nevada. Dort ist der Druck durch Weideland, Bergbau und motorisierte Freizeitfahrzeuge besonders groß.

Die Biene ist eine Spezialistin, die zwei immer seltenere Mohnblumen bestäubt, die zwar Pollen, aber keinen Nektar produzieren: der Bärenmohn Arctomecon merriamii und der Zwerg-Bärenmohn Arctomecon humilis. Weibliche Mojave-Mohnbiene sammeln Pollen von den Mohnblumen, um ihre Jungen zu ernähren, während die Männchen die Blütenpflanzen aggressiv verteidigen, um sich mit pollen-sammelnden Weibchen zu paaren. Sowohl die Männchen als auch die Weibchen bestäuben die seltenen Mohnpflanzen

Der Bärenmohn gilt als eine vom Aussterben bedrohte Art in Nevada. Die Zwerg-Bärenmohnblume ist eine vom Aussterben bedrohte Art, die nur in Washington County, Utah, zu finden ist. Eine der Hauptursachen für den anhaltenden Niedergang des Zwerg-Bärenmohns – trotz des besonderen Schutzes durch Artenschutzgesetze – ist laut dem Fish and Wildlife Service das Fehlen der Mojave-Mohnbiene.

„Die Mojave-Mohnbiene ist ein wichtiger Teil der Mojave-Landschaft, die sich im Frühling in eine wunderschöne Blütenlandschaft verwandelt und Scharen von Naturliebhabern in die Wüste lockt“, weiß Tara Cornelisse. „Wenn wir diese spezielle Biene verlieren, besteht die Gefahr, dass die Mojave-Wüste drei Arten verliert, die ihr Wesen ausmacht.“

Das Center for Biological Diversity hat nun eine Petition eingereicht, mit der die Behörde U.S. Fish and Wildlife Service dazu gebracht werden soll, die Mojave-Mohnbiene unter besonderen Schutz gestellt werden soll.

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