Brutpflege durch Bienen-Drohnen

  • Veröffentlicht am: 04.04.2019
Eine nahe verwandte weibliche Keulhornbiene Ceratina dentiventris. Foto: Gideon Pisanty/Wikipedia, CC BY 3.0

Im Tierreich ist eine Arbeitsteilung bei der Aufzucht des eigenen Nachwuchs durchaus anzutreffen. Bei Bienen sieht es aber anders aus: Männliche Bienen bei den Honigbienen paaren sich ausschließlich mit jungen Königinnen. Innerhalb des eigenen Volkes nehmen sie an keiner Arbeit teil und lassen sich sogar füttern. Bei den meist solitär lebenden Wildbienen ernähren sich die männlichen Nachkommen immerhin selbst und bestäuben damit auch Blüten.

Die in Südeuropa von Österreich bis in die Ukraine, die Türkei und Israel anzutreffende Solitärbiene Ceratina nigrolabiata sind eine echte Ausnahme. Dort bewachen Männchen das Nest und vertreiben Eindringlinge wie tschechische Wissenschaftler im Rahmen einer Studie herausgefunden haben. Das verschafft den Weibchen genügend Zeit, um in Ruhe auf Nahrungssuche zu gehen. Diese biparentale Pflege ist eine absolute Ausnahme.

Genetische Untersuchungen der Keulhornbienen ergaben allerdings, dass es sich bei den Männchen nur in den seltensten Fällen (10 %) um die Väter der Nachkommen in den Nestern handelt. Und die Bienen sind auch ansonsten flexibel, da sich über die gesamte Brutphase hinweg verschiedene Männchen mit dem Wachdienst ablösen.

Insgesamt führt der Wachdienst über die gesamte Brutsaison betrachtet zu einem höheren Fortpflanzungserfolg der Männchen, nicht nur weil sich die Überlebensrate der Nachkommen insgesamt erhöht, sondern auch weil die Männchen mehr Gelegenheiten zur Paarung mit den Weibchen haben. Die Weibchen von C. nigrolabiata paaren sich über die gesamte Brutsaison hinweg mit verschiedenen Männchen, sie können deren Spermien speichern.

Literaturstelle: 

M. Mikát et al. Polyandrous bee provides extended offspring care biparentally as an alternative monandry based eusociality. Proceedings of the National Academy of Sciences. Published online March 11, 2019. doi: 10.1073/pnas.1810092116.

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