Jeder vierte Honig im Test mangelhaft

  • Veröffentlicht am: 04.02.2019
Jeder vierte Honig im Test mangelhaft. Foto: fancycrave1/Pixabay, CC0 Creative Commons

Ein guter Honig lässt sich weder an der Sorte noch an der Herkunft und auch nicht am Preis erkennen. Zu diesem Schluss kommt die Stiftung Warentest nach der Untersuchung von 36 Honigen. Die Gründe für die schwache Testbilanz waren vielfältig: Die Produkte waren nicht sortentypisch oder nicht naturbelassen. Einiges wäre durch sorgfältigere Herstellung zu vermeiden gewesen. Die besten elf Honige kosten zwischen 4,60 Euro und 16,40 Euro pro Kilogramm.

Die Honige wurden verkostet und unter dem Mikroskop untersucht. Bei den 36 getesteten Honigen befanden sich Honige von Discountern wie Aldi und Lidl ebenso wie Markenhonige von Langnese, Bihophar, Breitsamer und Dreyer. Sortenhonige von Akazie und Raps waren ebenso vertreten wie Mischhonige.
Nur jeder vierte hierzulande verkaufte Honig kommt aus Deutschland. Im Test waren sechs Honige aus Deutschland, doch nur einer erreichte die Note gut.

„Schön ist, dass wir vergleichsweise wenig Schadstoffe gefunden haben, zum Beispiel keine Rückstände von Tierarzneimitteln“, so Projektleiterin Dr. Birgit Rehlender. Denn Mittel gegen die Varroamilbe dürfen eingesetzt werden; sie ist einer der Gründe für das Bienensterben.

Unschön ist dagegen, dass sieben Honige wärmegeschädigt waren. Das kann verschiedene Ursachen haben, von zu hohen Temperaturen bei Transport oder Lagerung bis zum Einsatz von Wärme, um den Wassergehalt unreifen Honigs zu senken. In China, einem der wichtigsten Honigimporteure der Europäischen Union, ist es gängige Praxis, unreif geerntetem Honig in Vakuum-Trocknern Wasser zu entziehen.

Besonders auffällig war die Ausfallquote bei Sortenhonigen. Insbesondere Akazien- und Wildblütenhonige erreichten häufig die Mindestanforderungen der deklarierten Sorte nicht.

Schadstoffe im Honig

Honigbienen besitzen die Fähigkeit, Schadstoffe aus dem gesammelten Nektar zu filtern. Doch sie scheitern daran, alle Sünden heutiger landwirtschaftlicher Praktiken vergessen zu machen. Honig gilt zwar als besonders naturbelassen, doch in jedem dritten Honig wiesen die Experten der Stiftung Warentest geringe Mengen des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat nach. Ein Mischblütenhonig war dabei Spitzenreiter – ausgerechnet im Glas des Deutschen Imkerbundes. Er schöpfte den Grenzwert zur Hälfte aus.
Spuren gentechnisch veränderter Pflanzen wurden wir in zehn Honigen nachgewiesen und gleich drei von acht Waldhonigen waren deutlich mit Pyrrolizidinalkaloiden belastet. Sie werden nach Untersuchungen in Tierversuchen als krebserregend und erbgutschädigend eingestuft.
Die gefundenen Mengen sind zwar als wenig bedenklich einzustufen – solche Honige sollte man aber nicht täglich essen. Zumal im Test elf Honige die Note Gut bekamen, so dass es eine passable Auswahl an Alternativen gibt.

Der Test Honig findet sich in der Februar-Ausgabe von „test“ und ist auch online abrufbar.