Tattendorf erste „Nationalpark Garten“-Gemeinde

  • Veröffentlicht am: 24.07.2019
„Nationalpark Garten“-Gemeinde: Tattendorf ist die Erste ihrer Art. Foto: Martin Aschauer/Global 2000, Flickr

Die österreichische Umweltschutzorganisation Global 2000 hat Tattendorf in Niederösterreich als erste „Nationalpark Garten“-Gemeinde ausgezeichnet. Mit sehr innovativen Projekten engagiert sich die Gemeinde seit Jahrzehnten für den Erhalt der Biodiversität, indem etwa öffentliche Flächen weniger gemäht werden oder durch einen 24-Stunden-Bio-Supermarkt.

Die Initiative „Nationalpark Garten“ hat das Ziel, ein großes Netzwerk kleiner Naturschutzgebiete entstehen zu lassen, um so möglichst viele wertvolle Lebensräume für Bienen, Schmetterlinge und Co. zu schaffen.
Hauptursache für den Rückgang der Vielfalt ist, dass geeignete Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten immer seltener werden. Deshalb werden naturnahe Gemeindegärten als Rückzugsorte für die Natur immer wichtiger.

„Als Laie denkt man bei Nationalpark an die Hohen Tauern, an den Neusiedlersee oder an die Donau-Auen. Der Name ‚Nationalpark Garten‘ alleine schon, macht bewusst, dass Natur- und Umweltschutz nicht im Schutzgebiet enden, sondern im Garten anfangen. Dass die Anrainer die Möglichkeit haben mit zu wirken. Das ist was das Projekt für uns als Gemeinde so interessant macht“, erklärt Alfred Reinisch, Bürgermeister von Tattendorf.

Es sind Dinge wie das Naturdenkmal, eines der artenreichsten Schutzgebiete Niederösterreichs, der regionale 24-Stunden-Biosupermarkt oder die Geburtstags-Au, bei der jedes Tattendorfer Neugeborene einen eigenen Baum bekommt: Für jedes zur Welt kommende Baby wird ein Baum gepflanzt. Das ist nicht nur ein schönes Symbol, es bindet auch viel CO2. All das und noch mehr macht Tattendorf einzigartig. Unter der Marke „Mei Erd“ wurde ein regionales Humusprojekt wesentlich mitentwickelt, worauf die Gemeinde stolz ist. Bisher ungenutzte biogene Abfälle werden somit wieder aufgewertet und wieder verwendet.

„Der eigentliche Wert von Biodiversität bleibt oftmals im Verborgenen“, so Prof. Dr. Otto Moog, selbst Tattendorfer. „Wir brauchen die Biodiversität, da die Tiere, Pflanzen und Pilze für uns die Garantie sind, dass die Natur die Ökosystemdienstleistungen für uns Menschen bereit hält.“

Glyphosat wird in Tattendorf seit zwei Jahren nicht mehr eingesetzt, was nicht nur den Bienen und Schmetterlingen gefällt. Das Schöne ist, dass jeder Tattendorfer zu Hause im eigenen Garten mitmachen kann, denn auch die privaten Gärten werden in Zeiten wie diesen immer wichtigere Rückzugsflächen der Biodiversität.

„Mit dem Nationalpark Garten können wir alle ein Stück dazu beitragen, die Umwelt zu schützen und die Artenvielfalt zu erhalten. So kämpfen wir gemeinsam für das Schöne“, freut sich Dominik Linhard, Biodiversitätsexperte bei Global 2000 und Initiator von „Nationalpark Garten“.

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