Toronto mit eigener Biene

  • Veröffentlicht am: 26.11.2019

Bienen in der Stadt? Die findet man durchaus, und in manchen Städten ist sie sehr prominent vertreten, wie etwa in Manchester. Die Biene ist seit der viktorianischen Ära ein Wahrzeichen von Manchester und überall im Stadtbild präsent. Doch das kanadische Toronto besitzt eine eigene Biene quasi als Maskottchen. Seit April 2018 ist es die extrem auffällige Agapostemon virescens. Sie wurde ausgewählt, weil sie nicht nur auffällig, sondern auch vielfach in der Stadt anzutreffen ist.

Die Weibchen von Agapostemon virescens bilden gemeinsame Nester, wobei jedes Weibchen quasi ein eigenes Abteil für sich nutzt. Ein Weibchen übernimmt die Bewachung der gemeinschaftlichen Anlage.

Mit der Ernennung der Stadt-Biene hat sich die Stadt auch eine Bestäuberschutz-Strategie verordnet. In Toronto leben mehr als 260 einheimische Wildbienen-Arten.
Die Verstädterung allein sorgt für einen ständigen Flächenfraß des Umlandes uns dort für weniger Artenvielfalt.

Die Verantwortlichen in Toronto haben erkannt, dass auch ihrer Großstadt eine besondere Rolle beim Schutz der biologischen Vielfalt und bei der Bekämpfung des Klimawandels zufällt. Sie nehmen damit eine Vorreiterrolle ein.

Intakte Natur – fernab jeder Zivilisation – zu schützen und zu bewahren, ist wichtig, doch diese vom Menschen unberührten Reste und auch die Renaturierung zerstörter Landschaften allein werden der Biodiversität nicht helfen. Viele Länder werden ihre Schutzziele nicht ohne Beachtung der Ökologie in ihren Städten erreichen können. Zudem lebt die Mehrheit der Menschheit inzwischen in Städten. Wer sie erreicht und motiviert, kann daher viel erreichen.
Dazu muss man nicht gleich Besitzer eines Gartens sein, schon einige Blumentöpfe auf dem Fensterbrett oder dem Balkon können das Angebot für Bestäuber steigern.
Die Stadt Toronto ist aber nicht nur auf ihren eigenen Flächen aktiv, sie fördert auch mit finanziellen Mitteln die Erstellung von Gärten für Bestäuber.

Ein bunteres Toronto soll am Ende nicht nur für mehr Biodiversität sorgen, sondern die Stadt selbst lebenswert machen. Denn die Verbindung zur Natur ist für Menschen ziemlich attraktiv.

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