Parasiten beeinflussen Blütenbesuche von Bienen

  • Veröffentlicht am: 19.10.2021

Der Lebenszyklus von Halictoxenos borealis. Quelle: Nakase & Kato 2021, CC BY 4.0

Parasiten manipulieren manchmal das Verhalten ihres Wirts, um ihre eigene Fitness zu erhöhen, indem sie die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ihre Nachkommen ihren Wirt erreichen.

Bienen werden oft von Parasiten befallen, darunter Fächerflügler Strepsipta, die das Verhalten der Bienen zu verändern scheinen, um die Freisetzung mobiler Larven des ersten Stadiums auf Blüten zu erleichtern. Um ein besseres Verständnis zu erhalten, wie der Parasit das Verhalten des Wirts verändern kann, verglichen Forscher das Nahrungssuchverhalten von Furchenbienen Lasioglossum apristum von Bienen, die mit Fächerflüglern Halictoxenos borealis parasitiert wurden und Bienen ohne Parasitenbefall.

Die Studie wurde in Japan in drei Zeitfenstern jeweils im Juli der Jahre 2010, 2011 und 2012 auf dem Berg Amakazari in der Präfektur Nagano durchgeführt. Das Untersuchungsgebiet liegt in einem natürlichen Laubwald, der von Kerb-Buchen Fagus crenata dominiert wird; auf dem Waldboden und an den Waldrändern wachsen die mehrjährige Tellerhortentien Hydrangea serrata und Hoher Wald-Geißbart Aruncus dioicus. Die Blüten beider Arten wurden von zahlreichen Schmal- und Furchenbienen Halictidae besucht; einige wurden von Fächerflüglern parasitiert.

Von den Blüten beider Sträucher wurden Bienen zur Bestimmung im Labor gesammelt. Lasioglossum apristum war die am häufigsten gesammelte parasitierte Art (12,3 %). Alle gesammelten L. apristum-Bienen und ihre H. borealis-Parasiten waren weiblich.
Die meisten Bienen wurden von einem einzelnen Individuum parasitiert, lediglich acht Bienen wurden von zwei und eine Biene wurde von drei Fächerflüglern parasitiert. Keine der von H. serrata gesammelten parasitierten Bienen hatte Eierstöcke entwickelt und waren damit unfruchtbar. Alle Fächerflügler waren Weibchen, die bereits Larven des ersten Stadiums in ihrem Brustteil enthielten.

Sowohl nichtparasitierte als auch parasitierte Bienen liefen auf den Blütenständen herum, sodass ihre Körper mit Pollen bestäubt wurde. Die detaillierte Untersuchung zeigte, dass sich die Pollenmenge signifikant zwischen nichtparasitierten und parasitierten Bienen unterschied.
Im Durchschnitt verbrachten nichtparasitierte Bienen signifikant mehr Zeit auf einem H. serrata-Blütenstand als parasitierte Bienen, auch das Verhalten ändert sich, sobald die Bienen parasitiert waren.

Die Wissenschaftler fanden keine Hinweise darauf, dass die Parasiten die Blütenpräferenz ihrer Wirte beeinflussen.

Stattdessen besitzen die Parasiten aber wohl die Fähigkeit, das Verhalten der Bienen so zu beeinflussen, dass parasitierte Bienen Blumen besuchen, um die Larven im ersten Stadium ihrer Parasiten freizusetzen, statt gezielt nach Nahrung zu suchen: Parasitierte Bienen besuchen immer wieder nektarlose Blüten von H. serrata, auch wenn dieses Blütenbesuchsverhalten für die Wirtsindividuen nicht vorteilhaft ist und sich sogar negativ auf den Wirt auswirken kann.

Dabei zeigten die Bienen ein eigenartiges Verhalten, indem sie ihren Unterleib nach unten beugten und ihn gegen die Blume drückten. Dieses eigentümliche Verhalten, das nur bei Bienen beobachtet wurde, die von einem weiblichen Fächerflügler im Larven-Freisetzungsstadium parasitiert wurden, kann die Freisetzung mobiler Larven des ersten Larvenstadiums auf Blüten fördern.

Die Studie ist in vollem Umfang frei zugänglich (Open Access).
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