Spürhund für Hummeln

  • Veröffentlicht am: 13.07.2021

Ylle soll bald Hummel-Spürhund sein, mit Sofia Blomqvist. Foto: Sofia Blomqvist

Sofia Blomqvist von der Lund Universität untersucht, wie es bestäubenden Insekten - insbesondere Hummeln und Solitärbienen - in blütenreichen Lebensräumen am Straßenrand geht. Allerdings gibt es ein Problem: Die Nester von Hummeln sind sehr schwer zu finden. Sie hofft, ihren Hund Ylle so ausbilden zu können, dass sie ihr dabei hilft.

Ziel von Sofia Blomqvist ist es auch, eine zuvor in die Kritik geratene wissenschaftliche Studie zu wiederholen, die keinen Vorteil für den Einsatz von Hunden für das Aufspüren von Hummel-Nestern gefunden hat. Wenn Hunde darauf trainiert werden können, Hummel-Nester zu finden, bleibt die Frage, ob sie es besser können als Menschen. Und wenn Hunde beim Auffinden von Nestern effektiver sind als Menschen, könnte dies Forschern die Arbeit wesentlich erleichtern, wenn sie große Gebiete untersuchen.

Spürhunde für Hummeln gibt es in Großbritannien, Neuseeland und den Vereinigten Staaten, in Schweden bisher nicht.

„Ich bin ein klassischer hundeliebender Idiot und habe immer gedacht, dass wir die Fähigkeiten der Hunde nicht voll ausschöpfen. Gleichzeitig haben wir nicht viele Informationen über Hummel-Nster, wo sie sich befinden und wie sie aussehen, daher hoffe ich, dass wir die Informationslücken mit Hilfe von Hunden schnell und effizient schließen können“, so Sofia Blomqvist.

Der zukünftige Hummel-Detektor heißt Ylle, ein zweieinhalb Jahre alter, braun-schwarzer Lancashire-Heeler. Die Rasse wurde entwickelt, um Rinder zu hüten, aber Sofia Blomqvist sagt, dass Ylle habe ein großes Interesse daran, mit seiner Nase zu arbeiten. Daher werde ihm die Aufgabe übertragen, Hummeln zu „hüten“. Sofia Blomqvist: „Ich hätte nicht damit angefangen, wenn Ylle sich anfangs nicht so für Gerüche interessiert hätte. Er hat mir den Weg hierher gezeigt.“

Für diejenigen, die auf sich selbst eifrig gehen und Hummelnester suchen, ist dies möglicherweise leichter gesagt als getan. Anders als beispielsweise Wespen bauen Hummeln in der Regel keine eigenen Nester, sondern ziehen in verschiedene bereits vorhandene Hohlräume in der Umgebung ein, wie zum Beispiel alte Mausbauten oder Erdlöcher. Infolgedessen können sie schwer zu sehen und zu erkennen sein. Zu beachten sind jedoch luftiges Moos, alte Nagetiernester und Steinhaufen.

„Oft bemerkt man Völker erst, wenn man viele Hummeln an einer Stelle sieht, zum Beispiel in einer Hausspalte, oder wenn sie beim Rasenmähen hochfliegen. Gerade deshalb fehlt es an Wissen über Hummelnester, weil sie so schwer zu finden sind“, so Sofia Blomqvist abschließend.

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