Bienen-Neuentdeckungen im Zeichen des Klimawandels

  • Veröffentlicht am: 22.10.2019

Kaum entdeckt und schon vom Aussterben bedroht: Homalictus terminalis. Foto: James Dorey/Flinders University

Australische Wissenschaftler beschreiben farbenfrohe neue Bienen-Arten auf Fidschi und zugleich gibt es bereits Anzeichen dafür, dass die Insekten Umweltveränderungen ausgesetzt sind, die letztlich zu ihrem Aussterben führen können.

Grundsätzlich verfügt der Inselstaat Fidschi über eine große Artenvielfalt, doch der Klimawandel, Neophyten und einige menschliche Aktivitäten lassen das Aussterben einzelner Arten durchaus real erscheinen.

Eine Bienen-Art wurde ganz im Zeichen des Klimawandels benannt. „Homalictus terminalis wurde so benannt, weil sie wie viele Fidschi-Bienen, an ihre Grenzen stößt und von einem klimabedingten Aussterben bedroht ist“, so James Dorey von der Flinders Universität. „H. terminalis wurde nur 95 Meter vom Berggipfel auf Batilamu in der Nähe der Stadt Nadi gefunden, wo viele Touristen ihren Urlaub beginnen.“

Die beeindruckende schwarze Homalictus achrostus mit ihren ungewöhnlich großen Mandibeln ist eine der interessantesten endemischen Bienen-Arten auf Fidschi. Wie viele andere endemische Bienen-Arten wurde H. achrostus nur auf einem einzigen Berggipfel gefunden.

„Sechs Individuen wurden in den 1970er Jahren auf dem Berg Nadarivatu gesammelt, zwei im Jahr 2010, aber trotz häufiger Suche wurden seitdem fast jedes Jahr kein Exemplar mehr gefunden“, so Mike Schwarz von der Flinders Universität.

„Ein wahrscheinlicher Treiber dieses möglichen Aussterbens ist das veränderte Klima. [...] Mit H. achrostus, einer der vier zuvor beschriebenen endemischen Bienenarten in Fidschi, gibt dies Anlass zu ernsthafter Besorgnis über das Aussterben vieler Hochlandarten in Fidschi und anderen tropischen Regionen.“

„Diese Exkursionen haben es uns ermöglicht, vier bekannte Arten neu zu beschreiben und neun neue zu beschreiben, was die Zahl der endemischen Homalictus auf Fidschi auf 13 Arten erhöht“, sagt Mark Stevens vom South Australia Museum. „Der größte Teil der Artenvielfalt lebt mit elf Arten 800 Meter oder mehr über dem Meeresspiegel, was die Anfälligkeit von Arten mit Hochlandbeschränkung für ein sich erwärmendes Klima unterstreicht.“

Literaturstelle: 

‘Review of the bee genus Homalictus Cockerell (Hymenoptera: Halictidae) from Fiji with description of nine new species’ (September 2019) Zootaxa 4674(1):001-046 DOI: 10.11646/zootaxa.4674.1.1

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