Gute Nisthilfen für Wildbienen

  • Veröffentlicht am: 21.01.2021

Es muss nicht immer eine derart große Unterkunft für Wildbienen sein. Foto: Niels Gründel

Etwa 19 % der meist solitär lebenden Wildbienen gehören zu den so genannten Hohlraumbrütern. Das heißt, sie nisten sich in natürliche und künstliche Hohlräume ein, die günstige Bedingungen für Brutplätze offerieren. Um den Wildbienen unter die Flügel zu greifen, bietet der Mensch oftmals Insektenhotels an. Ob Balkon oder Garten, nur mit richtig ausgestatteten Nisthilfen leistet der Mensch einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz.

Viele Insektenhotels verfehlen aufgrund ihrer Ausstattung ihre ursprüngliche Bestimmung, einen artgerechten Unterschlupf für die Entwicklung des Nachwuchses zu gewähren. Deshalb sollen sie in erster Linie den natürlichen Bedürfnissen der potentiellen Bewohner und nicht den ästhetischen Ansprüchen der Menschen gerecht werden. Darauf weist der Naturschutzbund Österreich aus aktuellem Anlass hin: Bald startet die Saison für viele Wildbienen.

Das Ganze hat ohnehin wenig mit einem Hotel zu tun, denn die Wildbienen richten sich nicht nur gern selbst ein, sondern renovieren auch und nutzen die Nisthilfe zudem länger als nur ein paar Tage.

Nisthilfe richtig ausstatten

Wie ist eine Nisthilfe optimal ausgestattet? Dazu hat der Naturschutzbund einige wissenswerte Tipps parat.

Material

An natürlichen Materialien eignet sich vor allem altes Hartholz, in das Löcher gebohrt werden, da es atmungsaktiv ist und beim Bearbeiten weniger leicht Risse bekommt. Bei Ziegeln eignen sich nur diejenigen, die besonders kleine Gänge (6 – 8 mm) haben. Diese Gänge müssen, damit sich die Wildbienen richtig wohl fühlen, wie auch bei Halmen (Schilf, Bambus oder Stroh) an der Hinterseite verschlossen werden.

Technik

Am besten eignen sich Bohrlöcher mit 2 – 9 mm Durchmesser in einem Abstand von mindestens 1 cm zueinander. Durch eine Längsholzbohrung können Risse vermieden werden, die andernfalls eine Pilzbildung begünstigen. Sowohl Bohrlöcher als auch Schnittkanten sollten so glatt wie möglich sein, um Flügelverletzungen vorzubeugen. Zudem müssen die inneren Gänge möglichst faser- und staubfrei sein.

Lage

Die Nisthilfe sollte in Richtung Südost bis Südwest an einem sonnenbeschienen sowie regen- und windgeschützten Ort fest fixiert werden. Am besten in der Höhe von einem Meter oder darüber, zumindest aber in unmittelbarer Nähe zu den wichtigsten Nahrungspflanzen. Wichtig sind außerdem eine freie Flugbahn sowie der Schutz vor Fressfeinden durch ein Drahtgeflecht oder grobmaschiges Netz.

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