Langbeinige Bienen mit spezieller Anpassung für Blüten

  • Veröffentlicht am: 05.10.2017
Rediviva longimanus, Foto: Anton Pauw

Neue Forschungsergebnisse aus Südafrika zeigen, dass sich eine Bienenart aus der Gattung der Rediviva außerordentlich an die Spornlänge des Elfensporns angepasst haben. Dazu haben die Bienen extra lange Vorderbeine entwickelt.

„Das ist eines der wenigen Beispiele, bei denen sich ein Bestäuber an die Blüte angepasst hat, die von ihm bestäubt wird, statt umgekehrt“, erklärt Autor Professor Anton Pauw von der Stellenbosch-Universität in der südafrikanischen Provinz Westkap.

Bestäuber sind häufig der Schlüssel zum Verständnis der Entstehung floraler Vielfalt; Pflanzen passen ihre Blüten normalerweise an ihre Bestäuber an, um sich reproduzieren zu können.
In diesem Fall haben jedoch die wenig bekannten Rediviva-Bienen Vorderbeine unterschiedlicher Länge entwickelt, die 6,9 bis 23,4 mm lang sind, um das Öl zu erreichen, das tief an der Rückseite der Zwillingssporns des Elfensporns produziert wird. Die Länge der Sporne variiert von Art zu Art. Von ihnen gibt es in der größten Gattung der Öl-produzierenden Blumen (Diascia) 70 Arten.

Die Vorderbeine der Bienen sind dicht mit samtigen Haaren beschichtet, die das Öl aufnehmen, das dann mit Pollen gemischt wird, um eine extrem nahrhaftes Grundlage für das Larvenwachstum in ihren unterirdischen Nestern zu bilden. Das Öl wird auch verwendet, um die Wände dieser unterirdischen Nester auszukleiden.

In Zusammenarbeit mit Forschern aus Belgien, Deutschland, Großbritannien und den Vereinigten Staaten hat Anton Pauw DNA-Analyse verwendet, um einen Familienstammbaum für 19 der 26 Rediviva-Spezies zu erstellen: „Wir konnten bei sehr eng verwandten Bienenarten oft erstaunliche Unterschiede der Beinlänge nachweisen und dass diese Divergenz durch Unterschiede in den Spornlängen der Blumen erklärt werden kann, die von den Bienen besucht werden.“

Die Dokumentation des Netzwerks der Wechselwirkungen zwischen den Öl-sammelnden Bienen und den 96 Pflanzenarten, an denen sie Öl sammeln, erforderte viele Jahre der Beobachtung. Viele der Öl-sezernierenden Pflanzen blühen nur im ersten Jahr nach einem Brand.

Der nächste Schritt, so Anton Pauw, wäre eine phylogenetische Analyse des Elfensporns, um zu testen, ob sich Spornlänge und Bienenbeinlänge gleichzeitig entwickelt haben: „In diesem Szenario hätten sich Pflanzen und Bienen in einer Art Evolutionstanz zusammen entwickeln.“

Die Wechselwirkungen zu verstehen, sei sei aus ökologischer Sicht bedeutsam: „Ölsammelnde Bienen werden durch die Aktivitäten des Menschen bedroht, insbesondere durch die Urbanisierung. Durch das Verständnis ihrer Rolle bei der Erzeugung und Erhaltung der Pflanzenvielfalt könnte es möglich sein, menschliche Auswirkungen vorherzusagen und zu lindern.“

Literaturstelle: 

Anton Pauw et al, Long-legged bees make adaptive leaps: linking adaptation to coevolution in a plant–pollinator network, Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences (2017). DOI: 10.1098/rspb.2017.1707  

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