Wildbienen-Populationen wachsen nach schweren Waldbränden

  • Veröffentlicht am: 19.08.2017
Eine vermeintlich karge Landschaft bietet ungeahnte Chancen. Foto: Niels Gründel

Vorab veröffentlichte Ergebnisse einer zweijährigen Studie, die im südlichen US-Bundesstaat Oregon durchgeführt wurde, deuten darauf hin, dass moderate bis schwere Waldbrände Bedingungen schaffen, die zu einer größeren Fülle und Vielfalt an Wildbienen führen.

Im US-Bundesstaat Oregon leben mehr als 500 Arten einheimischer Bienen als wichtige Bestäuber von Wildpflanzen und Nutzpflanzen. Brände könnten – so das überraschende Ergebnisse – die bestehenden Bienenpopulationen fördern und damit sowohl deren landwirtschaftliche Produktivität als auch die gesamte florale Vielfalt positiv beeinflussen.

Im Jahr 2016 begannen die Wissenschaftler Bienen an 43 Standorten in Wäldern zu sammeln, die 2013 einem großen Waldbrand zum Opfer fielen. Die Standorte waren vom Feuer unterschiedlich stark betroffen; teilweise hatten die Flammen nur das Unterholz vernichtet, teilweise aber auch das Kronendach erreicht.

„Wenn man nicht gerade auf der Suche nach den Kennzeichen des Feuers war, konnte man an weniger intensiven Feuerstätten nicht mehr erkennen, dass es dort gebrannt hatte“, so Sara Galbraith von der Oregon State Universität. „Das Kronendach ist ganz geschlossen, und die Bäume sind meist älter. Es gibt nicht viele Beweise für das zurückliegende Feuer, außer einigen geschwärzten Bereiche auf einigen der Baumstämme. Und dann, wenn du zu einigen der intensiven Feuerstellen gehst, ist es ein komplett offenes Kronendach. Es gibt viele blühende Pflanzen im ehemaligen Unterholz, weil die Lichtbegrenzung weggefallen ist. Es sieht einfach ganz anders aus.“

Für die Studie hat das Team der Wissenschaftler die Insekten mit speziellen Fallen eingesammelt, die die Insekten durch die Reflektionen ultra-violetten Lichts anlockten. „Die Bienen denken im Grunde, es handele sich um eine riesige Blume“, erklärt Sara Galbraith. „Sobald sie in die Falle gehen, können sie wegen der Form des Eingangs nicht mehr entkommen.“

Studien zu den frühen Entwicklungsstadien der Waldentwicklung sind selten. Das jetzige Forschungsergebnis zeigt, dass sie eine hohe Biodiversität aufweisen.

Die Studie wird voraussichtlich noch in diesem Jahr abgeschlossen. Vorgestellt wurden die bisherigen Ergebnisse bei der jährlichen Konferenz der Ecological Society of America am 10. August in Portland (Oregon).

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