Es gibt mehr als nur eine Berglandhummel

  • Veröffentlicht am: 01.02.2018
Keine Berglandhummel, sondern die Königin einer Bombus lapponicus. Foto: Sogning Norway/Wikimedia, Public Domain

An die Kälte angepasste Arten dürften während der Eiszeiten ihren größten Verbreitungsumfang erreicht haben. Später, als es wärmer wurde, haben sie sich in den Norden und in Höhenlagen zurückgezogen. Durch die Abgeschiedenheit einzelner Gebiete können sich im Laufe der Zeit (Unter-)Arten ausgebildet haben. In einer Studie sind dem Wissenschaftler nachgegangen und zwar für eine der häufigsten europäischen Hummelarten, die Berglandhummel Bombus monticola, die in alpinen und arktischen Regionen Europas anzutreffen ist.

Die Abgrenzung von Arten ist mitunter schwierig, da ihr eine willkürliche Auswahl variabler Merkmale unterliegen kann, deren Genauigkeit zu Diskussionen führt. Gerade in abgelegenen Regionen ist es schwierig, umfangreiche Proben für Untersuchungen zu gewinnen, was zu einer Fehleinschätzung der Variabilität innerhalb der Populationen führen kann.

Um die Wahrscheinlichkeit falscher taxonomischer Schlussfolgerungen zu vermindern, haben Wissenschaftler nun Unterscheidungsmerkmale innerhalb der bisher als einheitlich betrachteten Art Bombus monticola mithilfe von DNA-Untersuchungen untersucht und auch gefunden. Im Ergebnis zeigt sich, dass es bei B. monticola Merkmalsunterschiede gibt, je nachdem wo sie leben – ob in den unterschiedlichen Bergregionen – den Alpen, dem Balkangebirge, den Pyrenäen oder dem Apennin – und arktischen Regionen. Die bisherige Art B. Monticola umfasst nach Ansicht der Studienautoren tatsächlich drei Arten: B. konradini stat. in Italien und dort dem Zentralen Apennin, B. monticola mit fünf Unterarten, einschließlich B. monticola mathildis ssp.n. im nördlichen Apennin und B. lapponicus. Die Ergebnisse stützen die Hypothese, dass Perioden nach den Eiszeiten zu einer Spezialisierung der für Kälte angepassten Arten geführt hat, weil ihre Lebensräume voneinander geteilt wurden.

Die neue Einstufung der Arten hat auch direkte Auswirkungen auf Erhaltungsmaßnahmen und etwa die Aufnahme einzelner Arten in die Rote Liste. Gerade der neue taxonomische Status von B. konradini impliziert eine neue Bewertung, da es sich um eine seltene, geografisch sehr beschränkte Hummelart handelt, die nur im zentralen Apennin und den Abruzzen endemisch ist und fast ausschließlich in Höhen über 1.800 m über dem Meeresspiegel angetroffen werden kann. Kleine und isolierte Populationen sind anfälliger, auszusterben.

Die Studie ist in vollem Umfang frei zugänglich (Open Access).
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