Mit Künstlicher Intelligenz Honigbienen überwachen

  • Veröffentlicht am: 12.10.2018
Apic.ai-Prototyp in der Version 1.22. Foto: Apic.ai

Apic.ai aus Karlsruhe setzt auf die visuelle Überwachung von Bienenstöcken. Und die erfolgt mithilfe einer kleinen Holzkiste vor dem Einflugloch. Wie bei einer Pollenfalle müssen die Bienen durch diese Einlasskontrolle. Dabei werden sie von einer Kamera gefilmt. Die Aufnahmen werden mit Hilfe neuronaler Netze automatisiert analysiert.

Das System des Unternehmens aus der badischen Universitätsstadt soll erkennen, wie viel und welchen Pollen die zurückkehrenden Bienen in den Stock einbringen. Durch Zählen der abfliegenden und zurückkehrenden Bienen soll erfasst werden, ob es in der Umgebung Probleme gibt. Kehrt ein auffällig hoher Anteil der Bienen nicht in den Stock zurück, könnte dies beispielsweise ein Anzeichen für den Einsatz von Pestiziden in der Umgebung hindeuten. Auch bestimmte Verhaltensmuster des Bienenvolkes sollen erkannt werden, etwa wenn der Abgang eines Schwarms bevorsteht.

Die Ergebnisse dieser Überwachung eines Bienenstaates soll Imkern dabei helfen, ihre Völker gesund zu halten. Sie können eingreifen, wenn ein Schwarm abzugehen droht oder können im Winter ruhiger schlafen, wenn sie wissen, dass ihr Volk noch lebt, weil an einem lauen Januarmittag eine Biene auf Erkundungstour vor den Stock gegangen ist. Ein Zugriff auf die Daten des Volkes soll zukünftig aus der Ferne möglich sein, in besonderen Situationen sollen Warnungen den Imker zum Eingreifen bewegen.

Im Team des Start-ups arbeiten Katharina Schmidt als Bienenexpertin in vierter Generation, Matthias Diehl als Hardware-Guru und Frederic Tausch als Experte für Machine Learning. Die Bienenstöcke stehen auf dem Gelände der Hoepfner Burg.

Das junge Unternehmen arbeitet mit einem kleinen Kreis von Imkern und verschiedenen Unternehmen in Karlsruhe zusammen. Aktuell handelt es sich jedoch noch mehr um ein Forschungsprojekt. „Und das wird es auch im kommenden Jahr bleiben“, so Katharina Schmidt. „Das heißt, wir werden unsere Systeme in absehbarer Zeit noch nicht verkaufen. Wir sind noch in einer Phase in der wir testen, ob unsere Hypothesen in der Praxis überhaupt funktionieren.“

Ein marktfähiges Produkt gibt es daher noch nicht, auch wenn sich das der eine oder andere Imker sicher wünschen würde.

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