Ausbreitungsfähigkeit von Bienenarten

  • Veröffentlicht am: 18.02.2019
Kleine Solitärbienen werden es künftig immer schwerer haben. Foto: andreas160578/Pixabay, CC0 Creative Commons

Ergebnisse einer Studie deuten darauf hin, dass Körpergröße und Sozialverhalten wichtige Faktoren für die Anpassungsfähigkeit von Bienenarten an Umweltveränderungen sind. Besonders hart wird der Klimawandel demnach kleine solitärlebende Arten treffen.

„Bienen nehmen weltweit ab, was ein Problem ist, da diese Bestäuber sowohl ökologisch als auch ökonomisch von entscheidender Bedeutung sind“, so Assistenzprofessorin Margarita López-Uribe von der Pennsylvania State Universität. „Unsere Studie hat große Bedeutung für den Erhalt von Bienenarten. Zum Beispiel kann die Fähigkeit einer Spezies, sich weit zu verbreiten, diese Spezies dazu befähigen, sich in Szenarien des Klimawandels in geeignete Gebiete zu bewegen.“

Das Team überprüfte für die nun vorgelegte Studie frühere Studien, in denen die genetische Struktur der Bienenpopulation gemessen wurde. Die Forscher verglichen diese genetische Struktur der Population mit der Körpergröße der Bienen, um zu bestimmen, ob diese Beziehung einen Hinweis darauf gibt, wie anfällig die jeweilige Bienenart auf Hindernisse für eine Ausbreitung reagiert, etwa eine Zerstörung des Lebensraums durch Abholzung oder Verstädterung.

Laut Margarita López-Uribe beschreibt die genetische Struktur einer Population Muster der genetischen Vielfalt – die Grundlage für die Fähigkeit einer Population, sich unter den Populationen innerhalb einer Art zu entwickeln und an neue Bedingungen anzupassen. Eine niedrige genetische Struktur lässt darauf schließen, dass die genetische Diversität einer Art gleichmäßig über ihren geografischen Ausbreitungsbereich verteilt ist, und eine höhere genetische Struktur lässt vermuten, dass die genetische Diversität in unabhängige Gruppen unterteilt ist.

Neben der Körpergröße untersuchten die Wissenschaftler auch die Ernährung der Bienen und ihr soziales Verhalten – ob sie solitär leben oder als Gruppe zusammenarbeiten. Das Team konzentrierte sich auf Studien mit molekularen Mikrosatelliten-Markern, einzigartige DNA-Ausschnitte, die für Mutationen anfällig sind und es Wissenschaftlern ermöglichen, die genetische Vielfalt einer Art zu quantifizieren und das Muster der genetischen Struktur dieser Population zu untersuchen.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Bienenarten mit größeren Körpern und sozialem Verhalten Muster mit einer geringeren genetischen Populationsstruktur aufweisen als Solitärbienen mit kleineren Körpern. Das Team fand keine Hinweise darauf, dass eine Nahrungsspezialisierung die genetische Struktur einer Bienenpopulation beeinflusst.

„Die Ausbreitung ist bei kleinen Insekten schwer zu untersuchen“, erklärt Margarita López-Uribe. „Unsere Studie ist die erste, die Bienengröße und Sozialverhalten mit der genetischen Struktur der Population in Verbindung bringt, sodass wir voraussagen können, welche Arten aufgrund dieser Merkmale möglicherweise vom Aussterben bedroht sind.“

Antonella Soro, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, stellt dazu fest, dass die Studie auch wichtige Auswirkungen auf künftige Forschungsarbeiten haben wird: „Es bestätigt die Körpergröße als ein Hauptmerkmal, dessen Variation und genetische Basis der Fokus weiterer Untersuchungen sein sollte, wenn wir verstehen wollen, wie sich Bienen an eine sich schnell verändernde Umgebung anpassen.“

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DOI: 10.1111/mec.15028

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