Dunkle Veilchen in kühlen Wäldern von Bienen bevorzugt

  • Veröffentlicht am: 14.02.2019
Nicht im Schatten: Veilchen in einer einheitlichen, gleichmäßigen Farbvariante. Foto: Joshua Mayer/Flickr, CC BY-SA 2.0

Wissenschaftler haben im US-Bundesstaat Missouri Bienen und Wildblumen unter die Lupe genommen. Die Bienen sammeln besonders gerne Pollen und Nektar an dort vorkommenden Veilchen, allerdings bevorzugt kopfüber, sodass ihre Hinterbeine und ihr Hinterleib von den dunklen Blütenblättern gewärmt werden.

„Denken Sie daran, wie Ihnen früher gesagt wurde, dass ein dunkler Mantel Sie an einem kalten, aber sonnigen Tag etwas wärmer hält als ein heller Mantel?“, beginnt Peter Bernhardt von der Saint Louis Universität die Entdeckung zu erklären. „Einige Pflanzen, die in kühlen Umgebungen blühen, haben dunkle violette oder fast schwarze Flecken auf ihren Blüten, um kalten Insekten angenehm warm zu halten, während sie von ihnen bestäubt werden.“

Das Veilchen Viola pedata kommt üblicherweise in zwei Farbvariante vor, wenn sie im kühlen April in Missouri blühen. Die gleichmäßige Form hat Blüten mit fünf hellen violetten malvenartigen Blütenblättern. Die Blüte der zweifarbigen Pflanze hat drei malvenartige Blütenblätter plus zwei obere Blütenblätter, die eine tief-dunkles Violett aufweisen.

Die dunklen Blütenblätter sind bis zu 3 Grad Celsius wärmer als die umgebende Luft, wenn sie in der Frühlingssonne stehen. Bienen, besonders weibliche Sandbienen Andrena carlinii, bevorzugen sie, um sich dort während der Nahrungsaufnahme von Nektar und Pollen wärmen zu lassen.

„Was so ungewöhnlich an dieser Entdeckung ist, dass die Bienen bei der Beobachtung über zwei Jahre der gleichmäßig-gefärbten Variante den Vorzug geben und diese dann auch mehr Samen produziert“, so Peter Bernhardt.

Beim Vergleich der violetten Populationen an zwei isolierten Standorten stellte das Forscherteam fest, dass die gleichmäßig gefärbten, wenn die Pflanzen in einer sonnigen, offenen Kalksteinlandschaft wuchsen, die zweifarbigen um 40 zu eins übertrafen. Sobald die Sonne im Laufe des Tages unter den Bäumen des kalten Waldes auf die Veilchen fiel, besuchten Bienen die zweifarbigen häufiger, wahrscheinlich wegen der Wärme, die von ihren dunkleren Blütenblättern ausging.

Die Studie ist in vollem Umfang frei zugänglich (Open Access).
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