Systematische Beobachtungsprogramme für Wildbienen

  • Veröffentlicht am: 28.01.2019
Joan Meiners bei der Studienarbeit im Pinnacles National Park. Foto: Therese Lamperty

Rückgänge einheimischer Bienenpopulationen sind weit verbreitet, doch wie sicher sind die zugrunde liegenden Daten wirklich? Forscher berichten in einer aktuellen Studie über die Biodiversität von Bestäubern im kalifornischen „Pinnacles National Park“. Die Datenbasis sind drei separate Erhebungen in 17 Jahren.

Im Ergebnis dokumentierten die Wissenschaftler 450 Arten endemische Arten Wildbienen im Nationalpark, darunter 48 Arten, die seit 2002 neu auftreten. 95 Arten wurden in den 1990er Jahren entdeckt, fehlen jetzt aber.

„Diese Anzahl von Arten kennzeichnet den Park als einen nationalen Biodiversitäts-Hotspot für Bienen“, so Studienautorin Joan Meiners, derzeit Doktorandin an der University of Florida-Gainesville. „Wir haben festgestellt, dass im ganzen Land nur 23 natürliche Gebiete systematisch und umfassend auf die Biodiversität von Bienen untersucht wurden. Später wurden keine erneuten Erfassungen durchgeführt, um die Veränderungen im Laufe der Zeit vergleichen zu können.“

Viele Schätzungen der Biodiversität bei Bienen seien angesichts begrenzter Aufzeichnungen aus ihren Lebensräumen und der inhärent hohen natürlichen Variabilität von Wildbienenarten über Zeit und Raum nicht zuverlässig.
Über einen Sammelzeitraum von sieben Jahren waren innerhalb von zwei Jahre nie mehr als 81 Prozent der Arten anzutreffen, was darauf hindeutet, dass einzelne Arten von Jahr zu Jahr nur in begrenztem Umfang vorkommen oder nachweisbar sind, selbst unter besten Sammelbedingungen.

Ein genaues Wissen über den Bestand sei aber von entscheidender Bedeutung, da einheimische Bienen wichtige Bestäuber in der Landwirtschaft seien und jedes Jahr rund 3 Milliarden US-Dollar zu den Bestäubungsdiensten in den Vereinigten Staaten beitragen.

„Ein verstärkter Landschaftsschutz und systematische, wiederholende Überwachungsanstrengungen, ähnlich wie wir sie jetzt aus dem Pinnacles präsentieren, werden wesentlich sein, um das Ausmaß und die Art weitverbreiteter Rückgänge bei unseren wichtigsten Bestäubern genau nachverfolgen zu können“, so Joan Meiners.

Die Studie ist in vollem Umfang frei zugänglich (Open Access).
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