Goldener Geier für Bayer

  • Veröffentlicht am: 22.06.2026

Der Goldene Geier geht 2026 an die Bayer AG. Foto: Deutsche Umwelthilfe/Paul

Die Deutsche Umwelthilfe verleiht den „Goldenen Geier“ 2026 für die dreisteste Umweltlüge an die Bayer AG und reicht Klage wegen Greenwashing gegen den Chemiekonzern ein. Bayer wirbt auf seiner Website mit Klima- und Artenschutz, während der Konzern weltweit hochgiftige Pestizide vertreibt, die nachweislich Bestäuber wie Bienen schädigen, Böden belasten und Gewässer kontaminieren. 23.870 Menschen haben sich an der Abstimmung zum „Goldenen Geier“ beteiligt und Bayer mehrheitlich zum dreistesten Umweltlügner gewählt. Mit einer vor dem Landgericht Köln eingereichten Klage verleiht die Deutsche Umwelthilfe der Auszeichnung zusätzlich juristischen Nachdruck. 

Die Klage bezieht sich auf sogenannte Netto-Null-Emissionen ab 2050, mit denen Bayer wirbt: Man setze sich „im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen dafür ein, den Klimawandel zu bekämpfen und die globale Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen“. Wie diese Ziele konkret über das Jahr 2030 hinaus erreicht werden sollen, gibt der Konzern allerdings nicht an. In der Werbung fehlte außerdem ein Hinweis darauf, dass Bayer die künftige „Neutralität“ nicht allein durch eigene CO2-Einsparmaßnahmen, sondern auch durch den Kauf von CO2-Zertifikaten erzielen will. Dieser steht als moderner Ablasshandel in der Kritik, da er die Verantwortung verlagert und sich mitunter auf zweifelhafte Projekte stützt, die den behaupteten Emissionsausgleich nicht sicherstellen können.

Nach einer schriftlichen Aufforderung der Deutschen Umwelthilfe hatte Bayer die Werbung zwar bereits geändert. Das Unternehmen hat aber keine Erklärung abgegeben, mit der es sich verpflichtet, die Werbung auch zukünftig zu unterlassen.

„Bayer vermittelt mit Fotos von flatternden Schmetterlingen und vollmundigen Zukunftsversprechen den Eindruck, klimabewusst und verantwortungsvoll für eine lebenswerte Zukunft zu wirtschaften“, so die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe Barbara Metz. „Dabei ist das Gegenteil der Fall: Der Konzern verfolgt ein Geschäftsmodell, das massiv zum globalen Artensterben beiträgt. Bayer-Pestizide, darunter das Totalherbizid Glyphosat, beeinträchtigen biologische Prozesse massiv, schädigen Insekten, Bodenorganismen und Wasserlebewesen. An diesen toxischen Realitäten auf Feld und Flur ändern auch ein paar nette Bilder von Schmetterlingen nichts. Wir setzen mit dem Goldenen Geier ein Zeichen gegen dreistes Greenwashing und fordern Bayer auf, die Verbrauchertäuschung sofort zu beenden.“

„Mit unserer Klage gegen Bayer machen wir deutlich: Wer sich mit Schlagworten wie ‚klimaneutral‘ oder ‚netto-null‘ für die Zukunft brüstet, darf das nur auf eindeutige und ehrliche Weise tun. Das bedeutet, es müssen Weichenstellungen, Zwischenziele wie auch Maßnahmen ehrlich offengelegt und regelmäßig unabhängig geprüft werden. Bayer verfolgt mit Netto-Null-Emissionen unter Einbezug seiner gesamten Wertschöpfungskette ein hehres, wie notwendiges Ziel“, so der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe Jürgen Resch. „Wie der Konzern dieses Ziel über das Jahr 2030 hinaus erreichen will, bleibt allerdings unklar – von den positiven Marketingeffekten will der Konzern trotzdem schon heute profitieren. Dazu kauft Bayer bereits massenweise Zertifikate aus Waldprojekten im Ausland, die zum Ausgleich nicht geeignet sind.“

Insgesamt haben mehr als 23.000 Verbraucherinnen und Verbraucher online für den „Goldenen Geier“ 2026 abgestimmt, davon knapp 74 Prozent für Bayer. Auf den zweiten Platz wurde der Fast-Fashion-Konzern Primark für das eigens erfundene Label „Primark Cares“ gewählt, Sportwagen-Hersteller Lamborghini erhielt in der Abstimmung den dritten Platz.

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Pestizid: