Rhythm Is a dancer
Hummeln mit Rhythmuswahrnehmung, trainiert mit Blinklichtmustern. Foto: Jahanzeb Ahsan/Unsplash
Eine flexible, abstrakte Rhythmuswahrnehmung ist die Grundlage menschlicher Musik, Tanz und Sprache. Eine entsprechende Wahrnehmung wurde bisher nur bei wenigen Säugetieren und Vögeln nachgewiesen. Und jetzt neu bei Hummeln.
In einer Untersuchung lernten frei fliegende Hummeln, zwei beliebige, sich wiederholende Blinklichtsequenzen zu unterscheiden, die so aufeinander abgestimmt waren, dass lokale Hinweise ausgeschlossen wurden. Die Hummeln erkannten diese erlernten rhythmischen Muster erfolgreich sowohl bei einem neuen, schnelleren als auch einem neuen, langsameren Tempo.
Hummeln, die auf Vibrationsmuster trainiert wurden, übertrugen ihr Wissen auf äquivalente Blinklichtmuster und demonstrierten so eine intermodale Rhythmuswahrnehmung. Die Ergebnisse legen nahe, dass das Insektengehirn beliebige komplexe zeitliche Muster kodieren und generalisieren kann. Dies deutet darauf hin, dass abstrakte Rhythmuswahrnehmung aus relativ einfachen neuronalen Architekturen entstehen kann, und weist auf tiefe evolutionäre Wurzeln einer übergreifenden Rhythmuskognition im Tierreich hin.