Temperatur und Urbanisierung beeinflussen Verhalten von Bienen

  • Veröffentlicht am: 10.05.2026

Bienen reagieren bei Temperaturunterschieden unterschiedlich auf UV-Licht. Foto: Wolfgang Hasselmann/Unsplash

Wie steigende Temperaturen und die Ausdehnung von Städten das Verhalten einheimischer australischer Bienen und der Europäischen Honigbiene beeinflussen, hat ein Team Wissenschaftlerinnen untersucht.

Klimawandel und Lebensraumverlust stellen Belastungen für Bienen dar. Ein Team von Forscherinnen hat die Reaktionen einheimischer und eingeführter Bienen in städtischen und natürlichen Gebieten innerhalb und außerhalb des Großraums Melbourne beobachtet und ausgewertet.

Die Forscherinnen maßen dazu phototaktischen Reaktionen (Anlockung durch Licht) bei Temperaturen von 28 ° C und 32 ° C auf UV-Licht, das für Bienen ökologisch relevanter ist, und künstlichem, weißen Licht.

Die Ergebnisse zeigten signifikante Verhaltensunterschiede zwischen einheimischen und eingeführten Honigbienen. Honigbienen reagierten unter allen Bedingungen schneller.

Die Temperatur beeinflusste die Phototaxis der Honigbienen signifikant: Höhere Temperaturen führten zu einer langsameren Phototaxis, also einer geringeren Anziehungskraft des Lichts. Bei einheimischen Bienen wurde hingegen kein signifikanter Effekt beobachtet.
Weder Urbanisierung noch Lichtart hatten einen signifikanten Einfluss auf die Reaktionszeit von Honig- oder einheimischen Bienen.

Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass temperaturbedingte Veränderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel wichtige Verhaltensweisen von Honigbienen beeinflussen und somit deren Nahrungssuche und Orientierung verändern könnten.

„Die Erkenntnis, dass einige Bienen ihr Verhalten unter dem Einfluss bestimmter Stressfaktoren änderten, andere jedoch nicht, verdeutlicht die Komplexität der Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Umweltbelastungen und deren Auswirkungen auf Bestäuber“, so Dr. Scarlett Howard von der Monash Universität. „Das Verständnis der Reaktionen von Bienen auf Umweltveränderungen ist entscheidend, da ihr Verhalten die Grundlage für die Bestäubung bildet, die wiederum gesunde Ökosysteme und die Nahrungsmittelproduktion sichert. Unsere Ergebnisse tragen dazu bei, eine Wissenslücke hinsichtlich der Wechselwirkungen zwischen Temperatur und urbanem Druck und deren Einfluss auf das Verhalten von Bestäubern zu schließen.“

Die Studie ist in vollem Umfang frei zugänglich (Open Access).
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