Weinanbaugebiete könnten Wildbienen helfen

  • Veröffentlicht am: 05.01.2026

Wildbienen profitieren von einer vielfältigen Vegetation sowohl im Weinberg als auch in der umgebenden Landschaft. Foto: Andrea Cairone/Unsplash

In Agrarlandschaften verschwinden die meisten naturnahen Lebensräume und zugleich kommt es zum intensiven Einsatz von Pestiziden. Beides trägt zu einem erheblichen Rückgang der Biodiversität bei, einschließlich dringend benötigter Bestäuber für Nutzpflanzen. In einer Studie untersuchte ein Team von Wissenschaftlern wie sich naturnahe Lebensräume in der umgebenden Landschaft bei biologischer und konventioneller Bewirtschaftung sowie der Reduzierung von Fungiziden auf die Wildbienenvielfalt auswirken.

Die Studie wurde im Weinanbaugebiet Pfalz durchgeführt. Insgesamt wurden 16 Weinberg-Paare untersucht: Die Hälfte wurde gemäß der EU-Verordnung biologisch bewirtschaftet, die andere Hälfte konventionell.

Höhere Anteile naturnaher Lebensräume beeinflussten die Artenzusammensetzung der Wildbienen und erhöhten die Häufigkeit und Vielfalt oberirdisch nistender Arten. Bio-Weinberge wiesen im Vergleich zu konventionellen Weinbergen eine um 49 % höhere Bienendichte auf.

Überwiegend wurden bodenbrütende Arten der Gattungen Lasioglossum und Andrena ermittelt, die ihre Nester in unbewachsenen Böden bauen.
Mit Ausnahme Roter Mauerbienen Osmia bicornis war die Häufigkeit von Höhlenbrütern in der Studie gering, was auf einen Mangel an geeigneten Nistmöglichkeiten in der näheren Umgebung hindeutet. Die Vielfalt oberirdisch nistender Bienen in Weinbaugebieten kann daher durch eine vielfältigere Landschaft mit geeigneten natürlichen Lebensräumen gefördert werden.
Nachgewiesen werden konnten das Vorkommen der Struppigen Schmalbiene Lasioglossum subhirtum, eine Art die lange Zeit nicht mehr in der Region beobachtet werden konnte. Darüber hinaus konnte ein hohes Vorkommen der Schmalbiene L. lineare und anderen gefährdeten Bienenarten nachgewiesen werden. Dies unterstreicht das Potenzial von Weinbaugebieten als wichtige Lebensräume für den Schutz von Wildbienen, sofern artspezifische Blüten- und Nistressourcen reichlich vorhanden sind.

Die Reduzierung des Fungizideinsatzes hatte weder Auswirkungen auf die Bienenvielfalt noch auf den Bestand. Das Ausbleiben einer Reaktion auf die Fungizidintensität deutet darauf hin, dass der Nutzen biologisch bewirtschafteter Weinberge für Wildbienen auf Unterschiede im Vegetationsmanagement zurückzuführen ist.
Dies steht im Einklang mit der positiven Reaktion der Bienen auf naturnahe Lebensräume in der umgebenden Landschaft.

Wildbienen profitieren vor allem von einer vielfältigen Vegetation sowohl im Weinberg als auch in der umgebenden Landschaft; beides bietet reichhaltige Blüten- und Nistmöglichkeiten. Eine vielfältige lokale Vegetation und gleichzeitig kahle Bodenflächen sowie geeignete naturnahe Lebensräume wie Wälder, Hecken, Sträucher und Grasland in der umgebenden Landschaft nutzen Wildbienen. Gleichzeitig würde die Biodiversität insgesamt gefördert, einschließlich nützlicher Organismen, was die natürliche Schädlingsbekämpfung verbessert.
Weinbaulandschaften in der Pfalz besitzen das Potenzial als wertvolle Lebensräume für den Wildbienenschutz.

Die Studie ist in vollem Umfang frei zugänglich (Open Access).
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