Biologisch imkern
Biologisch imkern - Die rechtlichen Basics
Viele Imker erwägen einen Umstieg auf eine Bio-Erzeugung, zumal Honigbienen und ihr Haupterzeugnis Honig ohnehin als besonders natürliches Lebensmittel gelten. Da die Umstellung aber mit vielen Fallstricken verbunden sein kann, scheuen die meisten Imker, sich damit wirklich auseinanderzusetzen. Im Ulmer-Verlag ist nun ein Buch erschienen, das hilft, alle Hürden zu nehmen.
In der Reihe „Kurz & Bündig“ hat das Autorenpaar Wolfgang Ritter und Ute Schneider-Ritter ihr Werk „Biologisch imkern“ veröffentlicht, das alle Aspekte einer Imkerei dahin gehend durchleuchtet, was rechtlich im Rahmen einer Zertifizierung für ein Bio-Label einzuhalten ist.
Die Kapitel umfassen einerseits Themen, die unmittelbar die Bienen selbst betreffen wie etwas Beutenwahl, Wachs und Waben, die Völkerführung, Reinigung und Desinfektion sowie Vermehrung und Zucht und natürlich auch Futter und Fütterung, Bienengesundheit und Tierwohl. Die Standortwahl hat ebenfalls ein eigenes Kapitel enthalten und neben dem Honig sind auch Angaben zu Pollen und Propolis enthalten.
Die Standortwahl ist mit Sicherheit einer der schwierigsten Teilschritte einer Bio-Umstellung, da man relativ einfach den Vorgaben der EU-Verordnung und den Vorgaben der meisten Verbände entsprechen kann und dabei dennoch nicht den Erwartungen der Kunden gerecht wird.
Ein weiteres Kapitel umfasst den Umstellungsprozess auf Bio. Für den muss mit einem Minimum von 12 Monaten gerechnet werden. Die Verbände haben gegenüber der EU-Bio-Verordnung noch weitergehende Regelungen, die zu beachten sind.
Für kleine Imkereien sicher weniger von Bedeutung ist die Regelung von Zukäufen, vor allem, wenn man eigenen Wachskreislauf betreibt – sollte man denken. Doch unter Zukäufen wird auch der Erwerb von Königinnen oder das Integrieren eines Schwarms gefasst. Und das ist alles nicht so einfach, wie man vielleicht denken mag.
Vorgestellt werden im Buch alle Bio-Labels und nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz: Biokreis, Bioland, Demeter, Ecoland, GÄA, Naturland, Bio Austria, Bio Suisse.
Insgesamt erhält der interessierte Leser mit dem Buch eine kompakte Hilfestellung durch den Rechte-Dschungel und dank der Vergleichstabellen „Bio-Check“ eine ebenso gute Grundlage bei der Wahl des für ihn selbst am besten geeigneten Verbandes für die vorstehende Liste.
Enthalten ist in den Links und Adressen auch die Gruppen-Zertifizierung Apibio des Neuen Imkerbundes, der die Bio-Zertifizierung insbesondere kleinen Imkereien ermöglichen will, indem er die Kosten niedrig hält.
Aktuell haben viele Bio-Imkereien eine Völkeranzahl, die deutlich über eine Hobby-Haltung hinausgehen. Vielleicht ändert sich das schon bald auch dank des neuen Werks „Biologisch Imkern“.