Habitatkomplexität beeinflusst Standortnutzung stark

  • Veröffentlicht am: 29.06.2026

Ressourcenvielfalt hilft Bestäubervielfalt. Foto: Mike Erskine/Unsplash

Städte wachsen weltweit immer weiter. Der Flächenverlust macht Naturschutzmaßnahmen daher im städtischen Raum erforderlich. Die Bestäubervielfalt nimmt in mäßig urbanisierten Landschaften oft zu, was darauf hindeutet, dass Städte vielfältige Bestäubergemeinschaften beherbergen können, wobei unklar ist, ob der Anstieg durch gebietsfremde Arten oder bestimmte Lebensstrategien bedingt ist.

Eine erhöhte Habitatkomplexität kann eine größere Vielfalt an Ressourcen bieten, die eine außerordentliche Artenvielfalt unterstützen. Zur Erfolgsmessung von Naturschutzmaßnahmen muss geklärt werden, wie Arten auf die gezielte Schaffung von Lebensräumen reagieren.

Im Rahmen des „Shutterbee-Programms“ beobachteten Freiwillige 12.200 einzelne Bienen aus 22 Arten an 85 Standorten entlang eines Urbanisierungsgradienten in der Metropolregion St. Louis (US-Bundesstaaten Missouri und Illinois). Der Urbanisierungsgrad im Umkreis von 500 Metern um jeden Standort wurde als erste Hauptkomponente aus Umweltvariablen bestimmt; zudem wurden die Vegetationsdichte, die Blütenvielfalt und die Habitatkomplexität erfasst.

Im Ergebnis zeigte sich, dass die Standortnutzung durch Bienen maßgeblich von der Habitatkomplexität beeinflusst wurde. Insbesondere Standorte mit höherer Vegetationsheterogenität und geringerem Rückschnitt boten eher Lebensraum für soziale Arten, unabhängig von der städtischen Landschaft, in die der Standort eingebettet war.
Gebietsfremde Arten besiedelten dagegen eher Standorte mit höherem Urbanisierungsgrad.
Der Habitatkomplexität kommt für den Erhalt des Vorkommens einheimischer Bienen in städtischen Grünflächen eine besondere Bedeutung zu.

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