Attraktive Pflanzen für Bienen

  • Veröffentlicht am: 03.08.2018
Screenshot der Projektseite mit den gesammelten Meldungen.

In Großbritannien haben Nutzer mithilfe einer App Sichtungen von Hummeln über den Zeitraum eines Jahres aufgezeichnet und dabei die Pflanzen ermittelt, die von den Bienen besonders gerne aufgesucht werden.

Die kostenlos erhältliche App ist letztes Jahr gestartet. Mehr als 500 Menschen – von den Orkneys in Schottland bis zu den südwestlich gelegenen Scilly-Inseln – haben im Laufe des Jahres 3.011 Hummelfotos und 2.218 Pflanzenbestimmungen eingereicht.
Die App enthält einen detaillierten Identifizierungsleitfaden für alle 25 britischen Hummelarten und eine Hilfe zur Bestimmung der von den Bienen besuchten Trachtpflanzen.

Wissenschaftlern der Coventry Universität haben die im Citizen-Science-Projekt aufgezeichneten Daten der App „Blooms for Bees“ ausgewertet und Natternköpfe, Karden und Echtes Leinkraut als beliebteste Blütenpflanzen ermittelt.

Als Ergebnis der Beobachtungen mithilfe der App wurden auch die in den Gärten häufigsten Hummelarten ermittelt: die Dunkle Erdhummel Bombus terrestris, die Ackerhummel Bombus pascuorum und die Steinhummel Bombus lapidarius.
Insgesamt wurden 15 verschiedene Hummelarten von Gärtnern fotografiert, darunter die besonders seltenen Feldhummeln Bombus ruderatus und Mooshummeln Bombus muscorum.

Der Fokus der App liegt auf Gärten und Kleingärten mit dem Ziel, bessere Empfehlungen gegeben zu können, welche Blütenpflanzen vermehrt angepflanzt werden sollten. Das soll die schwindenden Hummelpopulationen dabei unterstützen, auf wichtige Nektar- und Pollenquellen zurückgreifen zu können.
Der Rückgang bestimmter Hummelarten innerhalb Großbritanniens ist gut dokumentiert; zwei Arten sind in den letzten 70 Jahren ausgestorben.

„Dies hat uns einen faszinierenden und wichtigen Einblick in die Pflanzen gegeben, die bei Hummeln am beliebtesten sind. Unsere Ergebnisse sind für uns sehr wichtig, weil sie von Gärtnern stammen, die selbst Aufnahmen machen und fotografieren. Zuvor gaben die meisten Informationen nur Anhaltspunkte“, so Judith Conroy, Wissenschaftlerin an der Coventry Universität. „Die Arten der Pflanzen, die dabei herauskamen, waren nicht unbedingt diejenigen, die am meisten empfohlen werden. Die Informationen von Gärtnern haben uns neue Türen geöffnet und geholfen, unser Wissen darüber zu verbessern, wie Gärten und Kleingärten hummelfreundlicher gestaltet werden können.“

Die App steht zum kostenfreien Download für Android und iOS zur Verfügung.

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