Rückstandsproblematik im Bienenvolk

  • Veröffentlicht am: 26.06.2018
Im Bienenvolk finden sich eine Menge unterschiedlicher Rückstände. Foto: Niels Gründel

Im Rahmen einer Studienarbeit haben Wissenschaftler während zwei Jahren Proben von Bienen und ihren -produkten auf Rückstände untersucht. Die Belastung durch Pollen wird als besonders kritisch eingestuft, während die Belastung absolut betrachtet beim Bienenwachs am höchsten ist. In landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten ließen sich Chlorpyrifos und Acetamiprid in erhöhten Werten nachweisen.

Um die Verteilung von Pestizidrückständen in Imkereiprodukten zu untersuchen, wurden im Zeitraum von 2016 bis 2017 Proben lebender Arbeiterbienen (Apis mellifera), frisch eingelagertem Pollen und Bienenwachs von 45 Bienenständen in ganz Spanien aus unterschiedlichsten Gebieten gesammelt. Insgesamt wurden 133 Proben auf 63 Pestizide oder ihre Abbauprodukte untersucht, um die Pestizidbelastung der Gesundheit der Honigbienen durch die Berechnung eines Gefahrenquotienten (HQ) zu bestimmen.

Der Einfluss der Umgebung auf den Gehalt von Pestiziden in Pollen wurde durch den Vergleich der Konzentrationen von Pestizidrückständen in Imkereien aus intensiv genutzten Agrarlandschaften mit denen von Imkereien in Berg-, Grünland- und Stadtgebieten verglichen.
Bienenwachs enthielt hohe Mengen an Akariziden, die in Imkereien verwendet wurden, insbesondere wurden Coumaphos, Chlorfenvinphos, Fluvalinat und Acrinathrin in mehr als 75 % der Proben nachgewiesen.
Pollen war hauptsächlich durch Akarizide, aber auch durch Insektizide aus der Landwirtschaft kontaminiert, vor allem durch Chlorpyrifos und Acetamiprid. In beiden Fällen waren die Konzentrationen in intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Gebieten signifikant höher.

Pestizidrückstände waren dagegen bei lebenden Honigbienen weniger häufig und nur in geringeren Konzentrationen nachweisbar. Bienenwachs zeigte für Honigbienen insgesamt die höchsten durchschnittlichen Gefahrenwerte (HQ> 5.000), denn dort lagern sich auch die problematischen Stoffen auf Dauer ein. Pollenproben enthielten die größte Anzahl von Pestizidrückständen. Die Belastung des Pollens wird von den Wissenschaftlern als besonders relevante Gefahr (HQ> 50) für die Honigbienen eingestuft.

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