Die Suche nach einer der ältesten Hummeln der Welt

  • Veröffentlicht am: 20.11.2019

Weltweit gibt es rund 260 bekannte Hummel-Arten, viele leben auf dem höchsten und größten Hochland der Welt – in Tibet, einem Hotspot für Hummeln. Dort lebt auch eine der ältesten und nur wenig bekannten Hummeln mit dem lateinischen Namen Bombus superbus.

Die enorme Größe, die Höhe des Standorts und politische Umstände machen es nicht leicht, den Geheimnissen der Hummeln auf die Spur zu kommen. Tibet ist auch als Land der Extreme im Hinblick auf das Wetter bekannt – vom Sonnenbrand bis zu Erfrierungen ist alles an nur einem Tag möglich.

B. superbus könnte eine endemische Hummel-Art dieses extremen Lebensraums sein. Das Natural History Museum hat sich im Rahmen einer Forschungsexpedition auf die Suche nach dieser seltenen Hummel gemacht und dabei auch Gensequenzierungen zur Unterscheidung genutzt.
Sie haben ebenso die Verbreitung der gefundenen Hummeln kartiert und daraus einen vorläufigen Hummel-Atlas erstellt, der als Grundlage einer Einschätzung der Bedrohungsstufen dient.

Erstmals wurde B. superbus im späten 19. Jahrhundert von einem russischen Forscher entdeckt; als Fundort wurde jedoch die Mongolei übermittelt. Später fand eine chinesischen Expedition vier B. superbus auf dem nordtibetischen Plateau.
Seither wurden auf dem tibetischen Plateau Tausende von Hummeln gesichtet, jedoch keine B. superbus mehr, so dass die Verbreitung der Art ein ungelöstes Rätsel blieb.

Auf einer Höhe von mehr als 5.200 Metern auf dem tibetischen Hochplateau wurde nun B. superbus entdeckt, wie sie Nektar weißer Blüten sammelte.

Genetische Analysen legen nahe, dass B. superbus eine der ältesten Hummel-Arten Asiens ist: Vor etwa neun Millionen Jahren wurden die verbindenden Gebirgsketten emporgehoben, das Klima kühlte sich ab und frühe Hummel-Arten verbreiteten sich über die Gebirgsketten in neue Gebiete bis nach Europa und diversifizierten sich dort.

B. superbus ist in seinem hochalpinen Ökosysteme einer neuen Bedrohung ausgesetzt: Der Klimaerwärmung durch den Menschen. Das tibetische Plateau erwärmt sich dreimal schneller als andere Regionen, was unweigerlich zum Verlust von Gletschern und Bächen führt, die die kleinen Blumenflecken versorgen, an denen die Hummel lebt. Es ist nur ein Frage der Zeit bis die Nahrungsquellen versiegen und damit die älteste und seltenste Hummel-Art der Welt ausstirbt.

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