Geschlechterspezifische Blütenpflanzen

  • Veröffentlicht am: 17.05.2019
Eine männliche Agapostemon virescens. Foto: Michael Roswell/Rutgers University-New Brunswick

Bei zahlreichen Wildbienen besuchen Weibchen und Männchen sehr unterschiedliche Blütenpflanzen als Nahrungsquelle, was für potenzielle Erhaltungsbemühungen wichtig zu wissen ist.

Männliche und weibliche Bienen derselben Wildbienen-Art besuchen oft so unterschiedliche Blütenpflanzen als wären es Bienen einer gänzlich anderen Art.
„Da wir ein besseres Gefühl dafür bekommen, was Blumen für verschiedene Arten von Bienen attraktiv erscheinen lässt, können wir vielleicht klüger bei Erhaltungsmaßnahmen für Bienen werden“, so Studienautor Michael Roswell von der Rutgers Universität.

Im US-Bundesstaat New Jersey gibt es etwa 400 Wildbienen-Arten – ohne Berücksichtigung der domestizierten Westlichen Honigbiene, deren männliche Drohnen ohnehin nicht nach Nahrung suchen.
Die Wissenschaftler sammelten für die Studie in New Jersey 18.698 Wildbienen 152 unterschiedlicher Arten. Die Bienen besuchten 109 Blumenarten auf sechs naturnahen Wiesen mit reichlicher und vielfältiger Blütenauswahl. Die Wiesen wurden angelegt, um vorwiegend einheimische Blumen zu fördern, die für Bestäuber besonders attraktiv sind.

Weibliche Bienen bauen und unterhalten Nester und sammeln für die Nachkommen, während männliche Bienen vor allem Partner zur Paarung suchen. Bienen beider Geschlechter ernähren sich von Blütennektar, aber nur die Weibchen sammeln Pollen, der als Nahrung für die Nachkommen dient.
Aus der Sicht der Blumen sind sowohl weibliche als auch männliche Bienen wichtige Bestäuber – obwohl weibliche Bienen produktiver sind, weil sie mehr Zeit bei Blütenpflanzen aufwenden.

Vor der Paarung verlassen die Männchen einiger Arten den Ort, an dem sie geboren wurden. Michael Roswell spekuliert, dass die Präferenz für bestimmte Blumen gezielt sein könnte, um genetisch unterschiedliche Bienenpopulationen zu erhalten.

„Wir sehen einige faszinierende Muster, für bestimmte Pflanzenfamilien, die von männlichen Bienen relativ bevorzugt oder vermieden werden, oder dass die Männchen relativ wenig Lust verspüren, Blüten zu besuchen, die nur Pollen, aber keinen Nektar produzieren“, erklärt Michael Roswell. „Das könnte helfen, die richtige Mischung von Blumen zu finden, um den Erhalt von Bienen in Zukunft zu verbessern.“

Literaturstelle: 

Michael Roswell et al, Male and female bees show large differences in floral preference, PLOS ONE (2019). DOI: 10.1371/journal.pone.0214909

Die Studie ist in vollem Umfang frei zugänglich (Open Access).
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