Hanffelder bieten gestressten Bienen hochwertigen Pollen

  • Veröffentlicht am: 22.02.2019
Hanf ist für Bienen eine interessante Nutzpflanze. Foto: chrisbeez/Pixabay, CC0 Creative Commons

Colton O’Brien von der Colorado State Universität berichtete am 11. November bei der Jahrestagung der kanadischen und US-amerikanischen Entomologen in Vancouver von der überraschenden Bienenvielfalt in kommerziellen Hanffeldern.

Der US-Bundesstaat Colorado ist führend bei der Hanfproduktion Cannabis sativa L.. Hanf wird als vielseitig verwendbare Kulturpflanze geschätzt. Der Forscher hat eine Studie im Norden des Landes durchgeführt, wo die Hanfpflanzen zwischen Ende Juli und Ende September blühen. Nektar bieten die angepflanzten Arten potenziellen Bestäubern keinen, dafür reichlich Pollen. Für die Bestäubung setzen die Landwirte aber auf den Wind.
Zum Zeitpunkt der Hanfblüte haben viele andere Pflanzen ihre Blütezeit bereits abgeschlossen, so dass Hanf zu einer wertvollen Pollenquelle für viele Bienen wird. Damit erhält der Hanfanbau das Potenzial eines hohen ökologischen Wertes.

In den blühenden Hanffeldern wurden 23 einzigartige Bienengattungen und eine Vielzahl weiterer Insekten gefunden. Honigbienen Apis mellifera waren mit 38 % vorherrschend, gefolgt von Langhörnigen Bienen Melissodes mit 25 % und Kürbisbienen Peponapis mit 16 %. Hummeln Bombus waren mit 5 % ebenfalls anzutreffen.

Angesichts der Attraktivität von Hanf für Bienen wurde im Rahmen der Studie auch der Nährstoffgehalt von Hanfpollen in Bezug auf die Gesundheit von Honigbienen analysiert.

Der wachsende Hanfanbau wird auch zunehmend Schädlinge anlocken. Es ist aufgrund des ökologischen Wertes sinnvoll, integrierte Schädlingsbekämpfungmethoden anzuwenden, um die Bienendiversität im Hanf zu schützen und vorhandene Ökosystemfunktionen zu erhalten.

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