Insekten-Bestäubung seit 99 Millionen Jahren

  • Veröffentlicht am: 27.11.2019

Die Bestäubung von Blüten durch Insekten ist für viele Pflanzen äußerst bedeutsam und oft haben sich im Laufe der Evolution die Arten perfekt aneinander angepasst. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie zeigen, dass die Bestäubung von Blütenpflanzen durch Insekten bereits vor 99 Millionen Jahren etabliert war.

Frühzeitliche Nachweise für die Bestäubung von Blütenpflanzen durch Insekten sind schwierig. Bisher gelang der früheste direkte Nachweis einer Insektenbestäubung aufgrund von Funden mehrerer pollensammelnder Bienen in Eckfeld und Messel. Die Bienen stammten aus dem mittleren Eozän und waren damit zwischen 45 und 48 Millionen Jahre alt.
Insekten als auch Blütenpflanzen waren bereits in der mittleren Kreidezeit weit verbreitet; direkte fossile Hinweise auf eine Insektenbestäubung gab es bisher aber nicht.
Das hat sich nun mit dem Fund eines Bernsteins in Burma geändert: Eingeschlossen war darin ein Käfer namens Angimordella burmitina aus der Familie der Stachelkäfer Mordellidae und er trug Pollen auf sich.
Zudem weist der Käfer mehrere spezialisierte Körperstrukturen für die Bestäubung von Blumen auf, einschließlich seiner Körperform und seiner pollenernährenden Mundpartien, die durch eine Röntgen-Mikrocomputertomographie (Mikro-CT) nachgewiesen werden konnte.

Die am Käfer haftenden Pollen an Bauch und Brustkorb im Bernstein weisen zoophilie Bestäubungseigenschaften auf, vor allem ihre Größe und Eigenschaft zur Verklumpung. In der Studie wurden die Pollenkörner zwischen den Körperhaaren durch konfokale Laser-Scanning-Mikroskopie (CLSM) nachgewiesen, bei der die Pollen-Fluoreszenz genutzt wird, die sich von der umgebenden dunklen Insektenhaut abhebt.
Die Hinterbeine des Käfers sind gut entwickelt, so dass er sich leichter auf Blüten und von einer zur nächsten Blüte bewegen konnte. Seine feine Behaarung und Abstand sowie Länge der Haare sind auf die koexistierenden Pollenkörner genau abgestimmt.

Literaturstelle: 

doi: 10.1073/pnas.1916186116

Die Studie ist in vollem Umfang frei zugänglich (Open Access).
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