RFID-Prototyp für die Verfolgung von Hummeln

  • Veröffentlicht am: 01.03.2019
Die Bewegungen von Hummeln lassen sich mit dem RFID-System nachverfolgen, ebenso wie ein genetischer Austausch. Foto: DOI: 10.1073/pnas.0800375105, CC BY 4.0

Die Verfolgung schnell bewegender Insekten unter Freilandbedingungen ist schwierig und bestehende Technologien sind aufgrund von Größe, Gewicht, Reichweite und Kosten begrenzt. Forscher haben ein RFID-Tagging-System als Prototypen entwickelt, der zur Erkennung von Hummeln und Insekten ähnlicher Größe eingesetzt werden kann.

Eine Markierung der Insekten mit dem Prototypen hat bei Hummeln funktioniert. Der Prototyp-Tag besitzt ein Gewicht von 81 mg, 49 % eines mittleren Hummelgewichtes. Die Hummeln flogen damit in einem Gewächshaus und wurden in einem Abstand von 1,5 m von einem 2-W-UHF-Lesegerät mit zwei Antennen detektiert. Die Erkennungsentfernung ist damit doppelt so groß wie bei bestehenden RFID-Tags, was eine deutliche Verbesserung für das Verfolgen von Insekten darstellt.

Mit ihrem Proof-of-Concept sind die Wissenschaftler zufrieden und möchten das System weiter optimieren, indem die Größe und das Gewicht der Tags reduziert wird. Dadurch werden die Auswirkungen auf das Bienenverhalten begrenzt; die Erkennungsentfernung soll weiter erhöht werden.

Verläuft die Weiterentwicklung des Prototypen erfolgreich, sollen kostengünstige Lesegeräte quasi Landkarten von Bienenflügen in Reaktion auf bestimmte Landschaftsfaktoren erstellen, um so neue Einblicke in landschaftsplastische Phänomene zu gewinnen. Die Forscher möchten die Technologie zum Schutz von Bienen und Pflanzen einsetzen, beispielsweise den Pollenfluss und damit den Gentransfer zwischen bienenbestäubten Pflanzenpopulationen besser verstehen. Ebenso könnte sich mithilfe einer entsprechend technische Überwachung und Auswertung der Bedarf von Bienen an ihren Lebensraum auf dem Maßstab einer größeren Landschaft ermitteln lassen.

Ein späteres Produktivsystem soll kommerziell erhältlich sein und kann in einer Vielzahl wissenschaftlicher und kommerzieller Anwendungen eingesetzt werden.

Die Studie ist in vollem Umfang frei zugänglich (Open Access).
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