Wespengiftköder als Gefahr für Honigbienen?

  • Veröffentlicht am: 15.04.2019
In Neuseeland werden Wespen verfolgt. Sie wurden dort vom Menschen genauso eingeschleppt wie die Honigbiene. Foto: Nature-Pix/Pixabay, CC0 Creative Commons

In Neuseeland gelten Wespen als Schädlinge. Sie wurden dort vom Menschen ebenso erfolgreich eingeführt wie etwa die beliebte Europäische Honigbiene oder auch Hummeln. Andere Länder andere Neozoen.

Eine Studie aus dem Jahr 2015 kam zu dem Ergebnis, dass die eingeführte Deutsche Wespe Vespula germanica zusammen mit der Gemeinen Wespe V. vulgaris die neuseeländische Wirtschaft jährlich mehr als 130 Millionen NZ-Dollar gekostet habe. Die größten wirtschaftlichen Auswirkungen haben sie auf die Landwirtschaft, für Imker, den Gartenbau und Forstwirte. Die unmittelbaren Kosten für Imker durch Wespenangriffe sollen 8,8 Millionen NZ-Dollar betragen.
Wespen haben durchaus auch einen großen Einfluss auf die noch verbliebenen einheimischen Arten Neuseelands, indem sie heimische Insekten erbeuten und Honigtau aufnehmen, der für einige Vögel des Waldes eine wertvolle Energiequelle ist.

Anders als die Honigbiene, die ebenfalls Honigtau sammelt und einheimische Wildbienen verdrängt, machen vor allem Imker Jagd auf eines der „schädlichsten Insekten“ in Neuseeland.

Genutzt werden dafür etwa Wespenköder, die unter dem Handelsnamen Vespex angeboten werden. Er soll Wespennester im Umkreis von bis zu 200 m eines ausgelegten Köders weitgehend „unter Kontrolle“ bringen: Bei korrekter Anwendung soll sich die Wespenaktivität um mehr als 90 % reduzieren. Der Köder basiert auf einem mit dem systemischen Insektizid Fipronil vergifteten Proteinfutter, mit dem die Wespen ihre Larven füttern. Der Wespenköder wird aus Eiweiß ohne Zucker hergestellt, wodurch er für Bienen unattraktiv sein soll.
Im Mittelpunkt stehen vor allem Imker, die dadurch ihre Bienen vor dem frühzeitigen Tod und Räuberei des Honigs schützen sollen. (Hierzulande hat sich inzwischen weitgehend die Erkenntnis durchgesetzt, dass Räuberei bei Bienenvölkern durch Wespen ein Problem des Imkers sind.)

In einer Studie wurde nun überprüft, ob die Köder auch Bienenvölker schädigen. Dazu wurden insgesamt 480 Proben von Arbeiterinnen, Bienenlarven, Honig und Pollen aus 30 Bienenvölkern rund um ausgebrachte Wespenköder auf Fipronil untersucht. Das Insektizid wurde in keiner der Proben nachgewiesen.

Bei einer Untersuchung von sieben Arbeiterbienen wurde ein niedriger Gehalt eines Fipronil-Abbauproduktes festgestellt; bei zwei weiteren Tests derselben Bienenprobe jedoch nicht. Die Forscher nehmen an, dass der erste Nachweis nur von einer einzigen Biene stammte.

„Bienen sind soziale Insekten, die Ressourcen in ihren Bienenstöcken teilen“, so Eric Edwards vom staatlichen Department of Conservation. „Nahrung wird im Umfeld eines Bienenvolks schnell zwischen Bienen, Bienenlarven und Produkten wie Honig transportiert. Alle dies wurde getestet und es zeigten sich keine Anzeichen für eine Übertragung des Insektizids des Wespenköders.“

Die Forscher schließen daraus, dass die Verwendung von Vespex in der Nähe von Honigbienen-Völkern nicht zu einer signifikanten Aufnahme im Bienenstock führt.

Literaturstelle: 

Edwards ED, Woolly EF, McLellan RM, Keyzers RA (2018) Non-detection of honeybee hive contamination following Vespula wasp baiting with protein containing fipronil. PLoS ONE 13(10): e0206385. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0206385

Die Studie ist in vollem Umfang frei zugänglich (Open Access).
Indexierung