Zucht-Hummeln steigern Erdbeer-Erträge

  • Veröffentlicht am: 16.09.2019
Bei manchen Erdbeeren steigern Hummeln die Erträge deutlich. Foto: Free-Photos/Pixabay, CC0

Kommerzielle Hummel-Völker werden für eine breite Palette Nutzpflanzenarten vermarktet. Bei einer Erdbeersorte haben die Hummeln – wissenschaftlich begleitet – die Erträge um 25 % steigern können, in anderen Fällen zeigte sich jedoch keinerlei Auswirkung.

Neben wild lebenden Bestäubern tragen auch Honigbienen, Hummeln und Solitärbienen aus menschlicher Zucht erheblich zur Bestäubungsleistung in der Landwirtschaft bei. Am bekanntesten sind Völker kommerziell gezüchteter Honigbienen und Hummeln. Insbesondere Hummeln werden zunehmend für bestimmte Nutzpflanzen eingesetzt, weil sie eine Reihe von Blüten besonders gut bestäuben können.

Erdbeeren Fragaria x ananassa werden zunehmend durch kommerzielle Hummel-Völker bestäubt, obwohl es kaum quantitative Belege dafür gibt, wie wirkungsvoll sie sind. Kommerzielle Kolonien können jedoch negative Auswirkungen auf Wildbienen-Populationen nehmen.

Britische Wissenschaftler haben in einer Studie kommerzielle Völker der Dunklen Erdhummel Bombus terrestris in Erdbeer-Kulturen der frühblühenden Varietäten ‚Malling Centenary‘ und ‚Flair‘ sowie einer später blühenden Varietät untersucht.

Bei ‚Malling Centenary‘ steigerten die kommerziellen Hummeln den Anteil hochwertiger Früchte um 25 %. Im Gegensatz dazu wurde bei den beiden anderen Varietäten kein Nutzen der kommerziellen Bienen für die Bestäubung oder die Fruchtqualität beobachtet. Ein Grund könnten sortenspezifische Unterschiede sein oder aber eine ausreichende Anzahl Wildbestäuber.
In dem Fall könnten kommerzielle Hummeln die Qualität und den späteren Wert einer Erdbeerernte erheblich steigern, wenn sie bei einer geeigneten Sorte zum idealen Zeitpunkt bereitstehen.

Insgesamt zeigt diese Studie erste Möglichkeiten bei der Bestäubung durch kommerzielle Hummeln bei Erdbeeren auf; in Folgestudien müssten die wichtigsten Erdbeersorten an verschiedenen Standorten und zu verschiedenen Jahreszeiten weiter untersucht werden.

Die Studie ist in vollem Umfang frei zugänglich (Open Access).
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