Geschmackssinn der Honigbienen

  • Veröffentlicht am: 21.07.2026

Honigbienen können Süßem nicht widerstehen. Foto: Meggyn Pomerleau/Unsplash

Wissenschaftler haben mit der Genschere CRISPR/Cas9 ein Zuckerrezeptor-Gen der Honigbiene ausgeschaltet. Ihre Studienergebnisse liefern neue Erkenntnisse über die Geschmackswahrnehmung dieser Insekten.

Am Anfang steht das Ei. Dann wachsen die Bienenlarven im Brutschrank auf und werden regelmäßig mit einer Pipette gefüttert. An den erwachsenen Honigbienen wird der Geschmackssinn über deren Antennen untersucht

Honigbienen sammeln süßen Nektar, aus dem Honig entsteht. Die vielen unterschiedlichen Zucker, die ihnen bei der Futtersuche begegnen – wie etwa Fruktose, Saccharose, Glucose, Maltose, Melizitose oder Trehalose – können sie aber lediglich mithilfe von drei Rezeptoren wahrnehmen.
Einer dieser Rezeptoren (AmGr3) reagiert allein auf Fruktose, während die anderen beiden (AmGr1 und AmGr2) alle weiteren Zucker detektieren.

In der Studienarbeit ist es Ricarda Scheiner von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und ihrem Team gelungen, das Gen des spezifischen Fruktoserezeptors AmGr3 mit Hilfe der Genschere CRISPR/Cas9 in Bieneneiern auszuschalten. Anschließend hat das Forscherteam die so mutierten Tiere künstlich aufgezogen und auf ihre Geschmackswahrnehmung hin untersucht.

„Honigbienen ohne den AmGr3-Rezeptor schmeckten weniger Fruktose als die Kontrolltiere, ihr Geschmack für Saccharose blieb unbeeinflusst“, beschreibt Studienautorin Laura Degirmenci das zentrale Ergebnis dieser Experimente. Die Wissenschaftlerin konnte damit die früheren Ergebnisse aus Versuchen an Zellsystemen am Tiermodell bestätigen, wonach AmGr3 ein Fruktose-Rezeptor ist.

Darüber hinaus zeige die Arbeit, „dass die CRISPR/Cas9-Methode eine effektive Methode für Rezeptor- und Verhaltensuntersuchungen in diesem Organismus darstellt“, so Laura Degirmenci. Die Arbeitsgruppe von Ricarda Scheiner hat die Arbeit mit der Genschere in der Forschung an Honigbienen in jüngster Zeit an der Universität Würzburg etabliert.

Literaturstelle: 

Değirmenci, L., Geiger, D., Ferreira, F. R., Keller, A., Krischke, B., Beye, M., Steffan-Dewenter, I. & Scheiner, R. " CRISPR/Cas 9 mediated mutations as a new tool for studying taste in honeybees" CHEMICAL SENSES. Vol. 45, Issue 8, October 2020, Pages 655–666 https://doi.org/10.1093/chemse/bjaa063

Der Zugang zur Studie ist beschränkt (Paywall).
Indexierung